Ein mächtige Portion Glück hatte der VfL beim Last-Minute-Sieg über den VfL Mühlheim. Erst in der dritten Minute der Nachspielzeit gelang der umjubelte Siegtreffer gegen den tapferen Aufsteiger von der Donau. Mit zwei Kopfballtoren war Abwehrrecke Matthias Kunst der unbestrittene Mann des Tages.

Die Hausherren waren im ersten Durchgang ohne Zweifel das spielbestimmende Team. Die Gäste zogen sich tief in die eigene Hälfte zurück und legten ihr Hauptaugenmerk auf Defensivarbeit. Damit tat sich der Verbandsligaabsteiger schwer. Nicht sehr oft sollte es ihnen gelingen, den Abwehrrigel zu knacken. Nur wenn es schnell ging, drohte Gefahr für das Gehäuse von Robin Staiger. So nach einer Viertelstunde, allerdings war der finale Querpass von Matthias Dünkel zu Patrick Lehmann ein wenig zu ungenau. Also musste ein Standard her, der die Schützlinge von Michael Konietzny in Führung brachte. Den von Christos Chatzimalousis getretenen Freistoß köpfte Kunst zur Führung ein. Das Spiel kannte weiter nur eine Richtung, auch wenn sich in der Gefahrenzone recht wenig tat. So war die knappe Führung der Pfullinger zur Halbzeit hochverdient.

Dies änderte sich in Durchgang zwei recht schnell. Die Gäste nahmen nun wesentlich aktiver am Spiel teil und brachten die Hausherren plötzlich in Bedrängnis. Kai Stelter musste nach einem langen Ball im Fünfmeterraum für den Ausgleich nur den Fuß hinhalten (54.). Und es kam noch schlimmer. Nach einem Einwurf kam der Ball zu Philipp Wolf, der Tim Becker im Pfullinger Tor mit einem Schuss aus der Drehung keine Chance ließ. So wendeten die Mühlheimer das Blatt binnen zehn Minuten zu ihren Gunsten. Die Gastgeber brauchten eine Weile, um sich von diesem Schock zu erholen und es gab ob der dargebotenen Leistung wenig Anlass zur Hoffnung auf eine neuerliche Wende. Dann aber bediente der starke Markus Wagner mit einem überragenden Zuspiel über die Abwehr hinweg Dominik Früh, der einen Schritt schneller als der herausstürmende Torhüter am Ball war und zum Ausgleich abschloss (84.). Beide Seiten spielten nun auf Sieg. Zunächst versemmelten die Mühlheimer eine Hundertprozentige, dann scheiterte Matthias Dünkel nach dem schönsten Pfullinger Angriff des Nachmittags am Gästeschlussmann. Es lief bereits die vierte Minute der Nachspielzeit, als sich der eingewechselte Fatmir Karasalihovic den Ball zur Ecke zurechtlegte. Seine Hereingabe fand den Kopf von Kunst, der das Spielgerät gekonnt ins lange Eck beförderte. Die am Boden zerstörten Gäste konnten in den verbleibenden Minuten keine Antwort mehr finden. Unter dem Strich ein sehr glücklicher Heimsieg. Torschütze Dominik Früh meinte nach dem Abpfiff: Für ein gutes Spiel hätten wir auch nur drei Punkte bekommen.“ Wo er recht hat, hat er recht.

 

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Das 1:0 – Matthias Kunst köpft den Ball zur Pfullinger Führung ins Tor.

Versöhnlicher Abschluss der englischen Woche. Nach der deprimierenden Niederlage am Mittwoch konnte das Team beim FV 08 Rottweil Wiedergutmachung betrieben. Trainer Michael Konietzny ärgerte sich sehr über das verdiente 1:3 beim TSV Ofterdingen. Was ihn veranlasste, die Anfangsformation gleich auf fünf Positionen zu ändern. Das zeigte Wirkung, der Verbandsligaabsteiger übernahm bei den zuletzt arg gebeutelten Schwarzwälder das Kommando und kam zu Tormöglichkeiten. Eine von diesen nutze Lukas Früh nach Vorlage seines Bruders Dominik zur Führung (27). Der Torschütze bedankte sich artig bei seinem älteren Bruder und leistete für diesen die Vorarbeit zum zweiten Pfullinger Tor, das mit dem Pausenpfiff fiel. Dominik traf bereits zum zwölften Mal in der laufenden Spielzeit. „Das war heute ein Pflichtsieg gegen einen harmlosen Gegner als gutes Zeichen der Mannschaft, dass auch Niederlagen kein Beinbruch sind“, befand der Goalgetter nach der Partie.

Im zweiten Durchgang verwalteten die Konietzny-Schützlinge den Vorsprung. Dem Aufsteiger mangelte es an den richtigen Mitteln, um die Partie wieder spannend zu machen. Noch ein Mal konnten die Gäste jubeln. Ohne große Mühe köpfte Matthias Kunst nach vorausgegangener Ecke von Kevin Haußmann zum 0:3 ein (77.). Doch die Gastgeber wollten sich nicht gänzlich ohne eigene Spuren aus der Begegnung verabschieden. Marius Otte traf neun Minuten vor dem Abpfiff schließlich doch noch zum Anschlusstreffer, der zugleich den Endstand bedeutete. Dominik Früh war mit dem Ende nicht ganz zufrieden „Es ist ärgerlich, ein Gegentor von einem Gegner zu bekommen, der eigentlich gar nix wollte.“ Unter dem Strich bleiben jedoch drei wichtige Punkte und der Anschluss zur Tabellenspitze.

 

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Lukas Früh traf auf Vorlage seines Bruders Dominik zur Führung.

Es war die mit Abstand schlechteste Saisonleistung, die den VfL vom Sprung an die Tabellenspitze hinderte. Beim gut eingestellten und clever agierenden TSV Ofterdingen unterlag der Verbandsligaabsteiger völlig verdient mit 1:3 Toren.

Die Gastgeber ergriffen vom Anpfiff weg die Initiative und setzten ihren Plan, den vermeintlichen Favoriten nicht ins Spiel kommen zu lassen, perfekt um. Die Schützlinge des nach dem Spiel deutlich bedienten Chefcoaches Michael Konietzny hatten über weite Strecken der Partie überhaupt keinen Zugriff auf das Geschehen, waren viel zu weit vom Ballführenden weg und präsentierten sich nach vorn fahrig und nach hinten anfällig. Dem 1:0 durch Stefan Tilgner (16.) gingen Stellungsfehler voraus, auch beim 2:0, welches nach einem Einwurf fiel, bewies Pfullingens Hintermannschaft deutliche Schwächen. Tim Löffler bedankte sich nach einer halben Stunde mit einem Schuss ins lange Eck. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff kam so etwas wie Gefahr im Ofterdinger Strafraum auf, jedoch brachten weder Matthias Dünkel noch Dominik Früh, bislang in jeder Partie unter den Torschützen, den Ball zum Anschlusstreffer im Gehäuse unter. Die Halbzeitanalyse von Spielleiter Frank König fiel entsprechend deutlich aus: „So, wie wir uns hier präsentieren, haben wir auch keinen Erfolg verdient!“

Auch in Durchgang zwei wurde es nicht besser, im Gegenteil. Mit erschreckender Leichtigkeit konnte erneut Tilgner das 3:0 und somit die Vorentscheidung erzielen (51.). Der VfL hatte zwar gefühlt zwei Drittel der Spielzeit Ballbesitz, konnte mit dem Sportgerät jedoch nichts Kreatives anfangen. Der Anschlusstreffer entsprang einer Standardsituation. Christos Chatzimalsousis wurde regelwidrig gestoppt, den fälligen Strafstoß verwandelte Kevin Haußmann sicher zum 1:3 (73). Die vom zahlreich vertretenen Pfullinger Anhang erhoffte Schlussoffensive blieb jedoch aus, der TSV Ofterdingen schaukelte die Zwei-Tore-Führung sicher über die Zeit. Durch den Sieg zogen die Schützlinge des urlaubenden TSV-Trainer Bernd Bauer in der Tabelle am VfL vorbei. Auch dies entspricht dem gegenwärtigen Leistungsniveau.

 

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Kevin Haußmann traf vom Elfmeterpunkt, mehr sprang für den VfL am Tag der Deutschen Einheit nicht heraus.

Mit einem Kantersieg gegen die Spvgg Holzgerlingen läutete der VfL Pfullingen eine englische Woche ein, die ihn noch nach Ofterdingen (Mittwoch) und Rottweil (Samstag) führt. Gegen ein schwaches Holzgerlinger Team waren die Weichen schon nach wenigen Augenblicken auf Heimsieg gestellt. Einen sehenswerten Angriff schloss Lukas Linder in der zweiten Minute zur Führung ab, Torjäger Dominik Früh traf mit einem trockenen und platzierten Schuss ins lange Eck zum 2:0 (6.). Kurz zuvor scheiterte Patrick Lehmann noch am Pfosten.

Die Hausherren schalteten ob der frühen Führung und vermuteten Harmlosigkeit der Gäste zwei Gänge zurück und überließen den Holzgerlingern die Initiative. Diese wurden nun in der Tat etwas besser, blieben aber vor dem Tor zumeist harmlos. Vor dem Halbzeitpfiff dann wieder ein Lebenszeichen der Hausherren. Matthias Dünkel lief alleine auf Gästeschlussmann Christian Dabbert, umkurvte diesen und schob zur Vorentscheidung ein (43.).

Auch im zweiten Durchgang kannte das Spiel nur eine Richtung. Der eingewechselte Lukas Früh bediente nach einer knappen Stunde Linder, der wenig Mühe hatte, auf 4: zu erhöhen. Und wenn’s nicht läuft, dann richtig. Moritz Ewald drückte eine Hereingabe ins eigene Tor (60.). Nun waren weder die regulären VfL-Torschützen an der Reihe. Patrick Lehmann, der zuvor mit einem Versuch aus zehn Metern den Ball ebenso weit übers Gehäuse setzte, machte es deutlich besser und schloss sehenswert zum halben Dutzend ab. Den Schlusspunkt setzte der quirlige Lukas Früh, nachdem er zwei Treffer vorbereitete traf er zum 7:0 selbst (72.). Das war es gewesen, die Schlussviertelstunde verrann ohne weiteren Torpfiff des souveränen Schiedsrichters Markus Seidl. Trotz des deutlichen Sieges muss der VfL am Mittwoch eine Schippe drauflegen, will man beim TSV Ofterdingen bestehen!

 

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Lukas Linder bei seinem Treffer Nummer zwei. Die Abwehr der Holzgerlinger machte es ihm einfach.

Im Spitzenspiel der Landesliga der beiden bislang siegreichen Mannschaften hatte der Gast aus Böblingen das bessere Ende für sich. In einer sehr guten Partie siegte der SV Böblingen beim VfL mit 3:2 (1:1) Toren.

Pfullingen erwischte vor 300 Zuschauern den bessren Start. Schon nach drei Minuten hatte Dominik Früh die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber an Gästeschlussmann Dominik Traub. Ein Pass von Matthias Dünkel hatte nach einer Viertelstunde etwas zu wenig Power, so konnte der Torwart vor dem einschussbereiten Früh klären. Nun waren die Böblinger an der Reihe. VfL-Torwart Tim Becker konnte einen gut getretenen Freistoß von Daniel Knoll aus der Ecke fischen, aber gegen den eigenen Mitspieler war er machtlos. Bei einem Rettungsversuch köpfte Matthias Kunst den Ball ins eigene Netz. Der erste Gegentreffer der Saison ein Eigentor! „Wir haben gerade darum gebettelt“, schüttelte Spielleiter Frank König den Kopf. Doch seine Freude sollte schnell zurückkehren. Denn nur eine Minute später war Dominik Früh zur Stelle und beförderte einen klugen Pass von Christos Chatzimalousis zum Ausgleich ins Tor. Beim 1:1 blieb es in einer ausgeglichenen ersten Hälfte mit einem Chancenplus für den VfL.

Nach dem Seitenwechsel sahen die bestens unterhaltenen Zuschauer bei Nieselregen eine Böblinger Mannschaft, die auf den Führungstreffer drängte, ohne sich dabei nennenswerte Einschussmöglichkeiten zu erspielen. Die Schützlinge von Michael Konietzny setzten in dieser Phase auf eine ihrer Stärken, das schnelle Umschaltspiel. Und es sollte Erfolg haben. Nach einem schnellen Gegenstoß passte Lukas Linder in die Mitte auf Früh, der den Ball sensationell verarbeitete und zum 2:1 einschob. Doch wieder war der Jubel nur von kurzer Dauer. Auf der anderen Seite vernaschte Sascha Raich zwei Gegenspieler und schloss zum neuerlichen Ausgleich ab (60.). Konietzny bemängelte: „Diese Gegentore sind kein Zufall. Gegen den Ball zeigten wir ein völlig falsches taktisches Verhalten.“ Der eingewechselte Lukas Früh hatte nach 75 Minuten die erneute Führung auf dem Fuß, sein Abschluss wurde jedoch von einem Abwehrspieler geklärt. Ein abgefangener Ball im Mittelfeld wurde dann zum Pfullinger Verhängnis. Marc Hetzel ging auf und davon und zog von der Strafraumgrenze ab. Der Schuss wäre eigentlich kein Problem für den ansonsten guten Becker, doch die Kombination aus Flatterball und Nässe ließ ihm das Spielgerät durch die Handschuhe flutschen. 2:3 für den SV, zehn Minuten vor dem Ende. Nun warf der VfL alles nach vorn und beinahe wäre Fatmir Karasalihovic der Ausgleich gelungen. Aus ungünstigem Winkel schlenzte er den Ball allerdings ans Lattenkreuz (88.). So blieb es bei der ersten Saisonniederlage für den VfL Pfullingen, die sich der Gast aus Böblingen durch eine geschlossene Mannschaftsleistung erarbeitet hat.

 

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Der quirlige Christos Chatzimalousis bereitete den Treffer zum 1:1-Ausgleich vor.