Mit einem Auswärtssieg startete der VfL ins Verbandsligaabenteuer, mit einem Auswärtssieg wollte sich der VfL aus Württembergs Eliteliga verabschieden. Lange Zeit sah es danach aus, dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen könnte. Nach einer 4:1-Halbzeitführung schien das Thema schon abgehakt. Doch eine desolate Leistung in den letzten 15 Minuten sorgte dafür, dass der SSV Ehingen-Süd noch zu einem nicht einmal unverdienten 4:4-Unentschieden kam. VfL-Trainer Michael Konietzny war entsprechend bedient ob des unerklärlichen Leistungsabfalls seiner Mannschaft.

Dabei machte der VfL zunächst alles richtig. Nach einer ersten Chance durch Matthias Dünkel bediente Dominik Früh wenige Minuten später seinen Bruder Lukas mustergültig und der Youngster brauchte nur noch einzuschieben. Lukas Früh war auch der Ausgangspunkt für den zweiten Treffer. Er scheiterte an SSV-Schlussmann Fabian Heiland, den Abpraller drosch der aufgerückte Christos Chatzimalousis mit seinem ersten Saisontor ins lange Eck (30.). Mit einem sehenswerten Kopfballtreffer gelang Daniel Maier der Anschlusstreffer. Doch die Gäste legten nach und kamen durch Tobias Steiner, er traf ebenfalls erstmals, und erneut Lukas Früh zu einem passablen und scheinbar beruhigenden 4:1-Halbzeitstand.

Im zweiten Durchgang tat sich bei drückender Schwüle zunächst nicht viel. Die Gäste verwalteten ihre Führung und taten ansonsten recht wenig für den Spielaufbau. In der 75. Minute wurde es dann lautstark. Der als Feldspieler eingewechselte Stammtorhüter Benjamin Gralla verkürzte per Flugkopfball zum 2:4. Das war der Startschuss für einen famosen Schlussspurt der Kirchbierlinger. Samuel Kollmann und Daniel Maier glichen binnen zwei Minuten aus. Mit diesem leitungsgerechten, für Pfullingen freilich enttäuschenden Remis endete der letzte Verbandsligaspieltag des VfL.

 

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Lukas Früh (re.) hat in dieser Situation zwar das Nachsehen, wusste aber mit zwei Toren und einem Assist zu überzeugen.

Ein Spiel als Spiegelbild der Saison, so kann man den vorerst letzten Heimauftritt der Pfullinger in der Verbandsliga betrachten. Gegen das Team des TSV Essingen, dass vor Anpfiff hätte selbst noch (in allerdings nur theoretische) Abstiegsnöte geraten können, stand am Ende eine 2:4-Niederlage zu Buche. Die 350 Zuschauer, die in den Sport- und Freizeitpark kamen, staunten nicht schlecht, dass sich das Team den Rasen des Ahlsbergsportplatzes als Spielstätte ausgewählt hatte.

Auf dem Nebenplatz sahen sie ein kurzweiliges Spiel mit einer Reihe an Chancen hüben wie drüben. Die Ostälbler erwiesen sich bei deren Verwertung als effektiver als die Heimmannschaft. Die Gäste legten los wie die Feuerwehr und zwangen den VfL zur Schwerstarbeit in der Defensive. Doch auch die Schützlinge von Michael Konietzny wussten, wie man den Ball in die Spitze befördert. Nach einer guten Viertelstunde war es Patrick Weiland, der das Spielgerät aus aussichtsreicher Position über das Tor semmelte. Besser machte es Matthias Dünkel wenige Minuten später. Nach feinem Zuspiel von flitzte er auf und davon und ließ TSV-Schlussmann Philipp Pless keine Chance – 1:0 nach 25 Minuten. Dominik Früh hatte gar das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber ebenso am gegnerischen Schlussmann wie Matthias Dünkel im Nachschuss. Die Freude über die Führung währte nur kurz. Nach einem Freistoß konnte Markus Hirlinger den Ball nur nach vorne Abwehren und Simon Köpf staubte zum Ausgleich ab. Nun hatten wieder die Essinger Oberwasser. Zunächst traf Daniel Eisenbeiß, dann Maximilian Eiselt. Bitter für den VfL, dass beide Schüsse abgefälscht waren und Hirlinger keine Chance ließen.

Im zweiten Durchgang bliesen die Hausherren erneut zur Attacke. Mit einem sehenswerten Heber aus 25 Metern brachte Patrick Weiland seine Farben auf 2:3 heran (55.). Dominik Früh hatte dann sogar den Ausgleich auf dem Fuß. Doch anstelle den Abschluss zu suchen, spielte er den Ball quer. Chance vertan. In der Schlussphase waren wieder die Essinger am Drücker. Nach zwei Pfostenschüssen war es schließlich Stani Bergheim, der in der Nachspielzeit den Sack zumachte. Da auch die Tübinger in Rutesheim verloren, wäre der VfL auch bei einem Sieg abgestiegen. Da es sich bereits über längere Zeit abzeichnete, dass die Schützlinge um Kapitän Florian Gekeler die Liga wohl nicht halten können, hielt sich der Schmerz und die Enttäuschung in Grenzen. Nun soll beim Saisonfinale in Ehingen-Süd ein anständiges Ergebnis her.

 

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Da war nichts zu machen. Obwohl Markus Hirlinger noch am Ball war, fand der abgefälschte Freistoß den Weg ins Tor.

Unbeschwert und ohne Druck, so wollten die Kicker des VfL Pfullingen beim Spitzenreiter auftreten. Dass daraus nichts wird, war bereits nach 26 Minuten mehr als deutlich zu erkennen. Der VfL lag schon aussichtslos mit 0:3 im Rückstand. Typisch war die Entstehung der ersten beiden Treffer durch Felix Bauer und Fabian Kolb. Die Torschützen bekamen den Ball mehr durch Zufall als geplant vor die Füße, deren Abschluss war jedoch gekonnt und ließ dem bemitleidenswerten Markus Hirlinger im Pfullinger Tor keine Chance. Das dritte Tor resultierte aus einem Strafstoß, Fatih Özge war der Übeltäter und Dominik Pfeifer vollstreckte gekonnt. Und die Gäste? Geschwächt durch das Fehlen des kreativen Mittelfelds um Haußmann, Lehmann und Tiryaki-Zeeb blieb das Aufbauspiel im Ansatz stecken. Torchancen waren Mangelware.

Trainer Michael Konietzny brachte zur Halbzeit mit Lukas Früh, Markus Wagner und Maximilian Füssenhäuser drei frische Kräfte. An den Kräfteverhältnissen auf dem Platz änderte sich dadurch wenig. Hochkonzentriert gingen die Normannen weiter zu Werke und kamen bis zur 54. Minute zu zwei weiteren Toren. Bauer schaltete nach einem Kopfball an die Latte am schnellsten und schob den Ball über die Linie und auch Kolb gelang an diesem Nachmittag gegen harmlose Pfullinger ein Doppelpack. Nach diesem Tor ließen es die Hausherren auch der sommerlichen Temperaturen wegen etwas ruhiger angehen, sodass keine weiteren Treffer zu notieren waren. „Das war heute für diese Liga einfach viel zu wenig“, kritisierte ein frustrierter Konietzny bei der anschließenden Pressekonferenz den Aufstieg seiner Jungs beim wohl künftigen Meister.

Eine Chance zur Wiedergutmachung besteht am kommenden Samstag, wenn der eigentlich starke TSV Essingen, der auch keine tolle Runde spielt, seine Visitenkarte im Sport- und Freizeitpark abgibt.

 

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Viel mehr als den Pfullingern lieb sein konnte spielte sich im Strafraum des VfL ab.

Nein, das Glück ist dem VfL nicht hold in dieser Spielzeit. Nur fünf Minuten durfte sich das Team im Kellerduell einer Führung erfreuen, dann folgte die Ernüchterung und am Ende die eiskalte Dusche. Durch das 1:2 (0:0) beim VfB Neckarrems sind die Chancen auf den Klassenverbleib für die Schützlinge von Trainer Michael Konietzny auf ein absolutes Minimum gesunken. Der Übungsleiter lobte trotz der Niederlage sein Team für ihren Kampfeswillen. „Sie haben sich einen Punkt verdient. Leider fehlt und schon die gesamte Spielzeit das nötige Quäntchen Glück.“

Mit drei Startelf-Debutanten, Alwin Reuer, Tobias Steiner und Patrick Weiland, versuchte der VfL, an den Hausherren in der Tabelle vorbeizuziehen. Doch die Last des möglichen Abstiegs lastete schwer auf beiden Teams und lähmte das Offensivspiel hüben wie drüben. Dementsprechend wenig Mühe hatten die Defensivreihen, für Ordnung um und im eigenen Strafraum zu sorgen.

Nach einer torlosen ersten Halbzeit wurde es im zweiten Durchgang unterhaltsamer. Eine Stunde war gespielt, als Dominik Früh nach einem schnellen Gegenstoß mustergültig Patrick Weiland bediente, der den Ball zu seinem ersten Verbandsligatreffer unter die Latte setzte. Der Jubel war groß auf Pfullinger Seite und die Euphorie wie eingangs erwähnt nur kurz. Nach einem Freistoß köpfte Micha-Colin Läubin den Ball zum Ausgleich ins Netz (65.). Der VfB bekam nun Oberwasser und Pfullingens Hintermannschaft hielt dem Druck bis fast zum Schluss stand. Fast. In der Schlussphase versuchte der eingewechselte Viktor Ribeiro, den Ball in die Mitte zu schlagen. Aus der vorgesehenen Flanke wurde ein Torschuss, der an Freund und Feind vorbei den Weg ins lange Eck fand.

„Wir haben bis zur letzten Sekunde alles gegeben“, befand Konietzny nach dem Schlusspfiff. „Aber irgendwie soll es einfach nicht sein.“

 

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Tristesse pur auf Pfullingens Seite nach dem Schlusspfiff.

Bei den Hausherren gab es eine kleine Hoffnung, gegen eine Spitzenmannschaft der Liga unerwartet punkten zu können. Schließlich schwächelte der FSV Hollenbach in den vergangenen Wochen, verlor sogar 2:3 gegen den VfB Neckarrems, Pfullingens Hauptkonkurrenten und kommenden Gegner im Kampf um den Klassenverbleib.

Doch die Leistungen der beiden Teams am vergangenen Samstag waren zu unterschiedlich, als das es hätte zu einer Überraschung kommen können. Der Oberligaabsteiger hat mit einer kompromisslosen Abwehrleistung und effektivem Umschaltspiel dem VfL schnell den Zahn gezogen. Bereits nach elf Minuten gingen die Gäste durch Jan Schieferdecker in Führung. Typisch auch das 0:2 nach einer halben Stunde. Ein Aufsetzer von Lukas Ryl aus der Distanz fand irgendwie seinen Weg ins lange Eck. Aus den Reihen der 150 Zuschauern wurde in der Halbzeitpause das Feuer und die Leidenschaft im Spiel der Schützlinge von Michael Konietzny vermisst, das für einen erfolgreichen Abstiegskampf die Grundvoraussetzung ist.

Besser schien es in Durchgang zwei zu werden, zumindest kamen Pfullingens Abschlüsse näher ans Gästetor. Doch mehr als ein Lattentreffer durch Dominik Früh sollte dabei nicht herausspringen. Die ausgebufften Gäste verhielten sich wie ein Spitzenteam, überließen dem VfL den Ballbesitz, machten aber die Räume am Strafraum unüberwindbar dicht. Einen daraus resultierenden Konter schloss Lorenz Minder nach einer knappen Stunde zur Vorentscheidung ab. Kurz vor Ende traf Daniel Breitinger sogar noch zum 0:4. Ein verdienter Sieg, wenngleich vielleicht einen Treffer zu hoch ausgefallen. Kapitän Florian Gekeler zollte dem FSV Respekt und hatte eine Erklärung für die deutliche Niederlage parat: „Im Zweikampfverhalten war der Gegner heute eine Klasse besser als wir.“

 

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Heiko Schalls Einsatz war vergebens. Der VfL verlor deutlich mit 0:4.