Zum Abschluss des Jahres 2017 gelang dem VfL im Derby gegen den starken Aufsteiger TSG Tübingen ein deutlicher 5:1 (2:1)-Erfolg. Die Hausherren präsentierten sich dabei noch einen Tick stärker als beim 7:3-Sieg gegen den SSV Ehingen-Süd vor Wochenfrist. Trotz der widrigen Platzverhältnisse im Volksbank-Stadion kombinierten und spielten sich die Hausherren zum Auftakt der Rückrunde reihenweise durch die Tübinger Defensive und ließen im Abschluss eine erstaunliche Konsequenz erkennen.

Die Gäste gingen nach dem beeindruckenden 4:0-Erfolg beim FSV Hollenbach entsprechend selbstbewusst ins Alb-Derby. Nach 20 Minuten hatten die Unistädter den Torschrei auf den Lippen, doch der Kopfball von Pirmin Glück verfehlte um Haaresbreite sein Ziel. Da machte es Dominik Früh auf der anderen Seite besser. Er versenkte eine passgenaue Flanke des starken Lukas Linder mit dem Köpfchen zur Pfullinger Führung (27). Dieser Treffer gab den nötigen Auftrieb für die Konietzny-Schützlinge. Linder bugsierte elf Minuten später den Ball zum 2:0 über die Linie, nachdem mehrere Kollegen zuvor mit diesem Vorhaben scheiterten. Mit dem Halbzeitpfiff aber die kalte Dusche. Nach einem Freistoß brachte der VfL den Ball nicht aus dem Gefahrenbereich und Tammo Heinzler, der schon im Hinspiel traf, köpfte zum Anschlusstreffer ein.

Am Tag der Kopfballtore war es dann Yasin Yilmaz, der nach einer Ecke von Maximilian Füssenhäuser das Spielgerät mit dem obersten Teil des Körpers gekonnt zum beruhigenden 3:1 ins Netz beförderte (51.). Dieses Tor und die gelb-rote Karte für Jan Bursik waren entscheidend für den weiteren Spielverlauf. Die Hausherren kontrollierten nun Gegner und Ball, während das Überraschungsteam der Vorrunde sich nur noch selten in Szene setzen konnte. Der schnelle Matthias Dünkel stellte die Weichen mit einem Schuss ins lange Eck endgültig auf Sieg (81.) und Lukas Linder krönte seine überragende Leistung mit einem Tor via Innenpfosten in der Nachspielzeit. Nach einem Tor in vier Spielen ist die VfL-Bilanz mit 12 Toren aus zwei Spielen wieder deutlich besser. So verrückt kann der Fußball sein!

Die Mannschaft verabschiedet sich nun in die Winterpause. Auf dem Plan stehen die Teilnahme an den Hallenturnieren in Trochtelfingen und Sindelfingen, bevor es am 15. Januar mit der Vorbereitung auf dem Platz weitergeht.

 

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Mit zwei Toren und einer Vorlage war Lukas Linder der Mann des Tages.

Den Zuschauern, die dem schlechten Wetter trotzten, bot sich im Pfullinger Volksbankstadion ein wahres Spektakel. Sieben Pfullinger Tore durch sieben verschiedene Torschützen, aber auch drei Gegentreffer durch oder in Folge von Standardsituationen machten die Kälte vergessen. Zum Abschluss der Vorrunde zeigten die Schützlinge von Trainer Michael Konietzny, was in ihnen steckt. Zum richtigen Zeitpunkt!

Bereits nach 19 Minuten führten die entfesselten Hausherren mit 4:0. Der VfL brannte ein wahres Offensivspektakel ab, was durch eine sehr indisponierte Gästeoffensive unterstützt wurde. Schon nach drei Spielminuten eröffnete Dominik Früh das muntere Toreschießen. Er umkurvte Torhüter Timo Kästle und schob ein. Früh war es dann nach zehn Minuten, der Heiko Schall bei dessen Tor in Szene setzte. Der starke Patrick Lehmann war Ausgangspunkt des dritten Tores, für das Kevin Haußmann verantwortlich zeichnete (18.). Dies rief Kapitän Florian Gekeler auf den Plan, der nun auch mitmischen wollte. So schien die Sache schon früh für die Hausherren geregelt. Doch der SSV, der vor Wochenfrist mit einem 1:1 gegen den FSV Hollenbach aufhorchen ließ, dachte nicht ans Aufgeben. Nach einer Ecke nahm Michael Turkalj den Ball an der Strafraumgrenze direkt, der noch leicht abgefälscht den Weg zum 1:4 ins Tor fand (29.). Trotz der immer noch komfortablen Führung merkte man, dass die Hausherren nervös wurden, was sich auch auf das Spiel auswirkte. Dennoch hatte Fatih Özge kurz vor dem Halbzeitpfiff die Möglichkeit, das 5:1 zu erzielen, doch wurde er kurz vor dem Torabschluss gestoppt.

Nach einer Stunde Spielzeit war es Özge, der mit einem klaren Foul die Hoffnung der Ehinger auf eine Wende weiter nährte. Denn fälligen Strafstoß verwandelte Turkalj sicher zum 2:4. Doch nun schlugen die Hausherren wieder zurück. Matthias Dünkel wurde im Strafraum von SSV-Schlussmann Kästle unfair gestoppt. Dominik Biber traf souverän zum befreienden 5:2 (66.). Nun stellten die Kirchbierlinger die Gegenwehr weitestgehend ein, während die Gastgeber wieder Lust am Toreschießen fanden. Dünkel und der eingewechselte Lukas Früh mit seinem ersten Verbandsligator schraubten das Ergebnis auf 7:2. Sechs Minuten vor dem Schlusspfiff konnte Filip Sapina auf 3:7 verkürzen, der Pfullinger Heimsieg geriet freilich nicht mehr in Gefahr. Spielleiter Frank König, der am Freitag die Mannschaft auf die bevorstehenden Aufgaben eingeschworen hatte, war nach dem Spiel sichtlich zufrieden: „Endlich haben wir mal von Beginn an unsere Chancen gemacht und uns phasenweise in einen Rausch gespielt!“ Eine ähnlich starke Offensivleistung dürfte auch am kommenden Samstag vonnöten sein, wenn der starke Aufsteiger TSG Tübingen zum Derby ans Jahnhaus kommt.

 

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Torschützen unter sich: Sowohl Kapitän Florian Gekeler als auch Heiko Schall und Matthias Dünkel trugen sich in die Torschützenliste ein.

Es ist zum Verzweifeln. Mit viel Entschlossenheit ging der VfL in die Partie beim TSV Essingen, ins Duell der Enttäuschten, hatte durch Matthias Dünkel nach wenigen Augenblicken sogar die Führung auf dem Fuß – und muss nach nur drei Zeigerumdrehungen einem Rückstand hinterherlaufen. Wie schon gegen Gmünd war das taktische Konzept also schon sehr früh über den Haufen geworfen. Kämpften sich die Konietzny-Schützlinge gegen die Normannen wieder ins Spiel zurück, war davon im Schönbrunnenstadion wenig bis nichts zu sehen. Dem 1:0 durch Timo Zimmer folgte der zweite Treffer ebenfalls durch diesen Spieler. Der VfL selbst bekam eine Ecke zugesprochen, diese wurde abgefangen, gegen den schnellen Gegenzug war kein Pfullinger Kraut gewachsen. 2:0 nach 26 Minuten. Noch vor dem Pausentee sollte der dritten Treffer der Hausherren folgen. Nico Zahner durfte unbedrängt durch den neben ihm stehenden Fran Radman zum Kopfball hochsteigen und einnicken. Zu allem Überfluss versemmelte Heiko Schall die beste Pfullinger Torgelegenheit an diesem 14. Spieltag. Dominik Früh, der selbst hätte abschließen können, legte den Ball quer zum besser postierten Mittelfeldmann. Dieser brachte das Kunststück fertig und setzte das Leder aus wenigen Metern deutlich neben das Tor (36.).

Im zweiten Durchgang blieb der TSV spielbestimmend, betrieb jedoch nicht mehr so viel Aufwand. Es reichte dennoch für zwei weitere Treffer. Eine schöne Kombination schloss Zahner nach 53 Minuten zum 4:0 ab, die Messe war somit endgültig gelesen. Stani Bergeheim nutzte einen Befreiungsschlag unter Geleitschutz der Pfullinger Verteidigung zum fünften Treffer nach einer guten Stunde Spielzeit. Balsam auf die geschundene Seele der Ostälbler, Salz in den klaffende Wunde der Echazstädter. Während sich die Essinger auf dem Wege der Konsolidierung befinden, müssen die Schützlinge um Kapitän Florian Gekeler nun alles daran setzen, in den beiden verbleibenden Heimspielen des Jahres den Abstand zum rettenden Ufer nicht größer werden zu lassen. Irgendwie.

 

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Florian Gekeler (li.) und Heiko Schall kamen zusammen mit dem VfL in Essingen unter die Räder.

Der VfL Pfullingen muss weiterhin auf das nächste Erfolgserlebnis warten. Aus dem erhofften Heimsieg gegen den 1. FC Normannia Gmünd wurde es nichts, die Gäste siegten am Ende nicht unverdient mit 0:1 durch ein frühes Tor.

Bereits nach fünf Minuten waren die Pfullinger Taktik über den Haufen geworfen. Dominik Pfeifer schoss einen sehenswerten Angriff der Normannen zur Führung ab. Der VfL hatte Glück, in der folgenden Schockphase nicht weiter in Rückstand zu geraten. Andreas Mayer und Marvin Gnaase hätten ums Haar auf 0:2 erhöhen können. Langsam kehrten die Lebensgeister und Kampfeswille bei den Hausherren zurück. Lukas Früh, von Beginn an dabei, scheiterte mit dem Kopf und dem Fuß aus aussichtsreicher Position. Fatih Özges Schuss endet am Querbalken. Das Pech bleibt den Schützlingen von Trainer Michael Konietzny seit Wochen treu. Dennoch machte diese Druckphase Hoffnung auf die zweite Halbzeit.

Erneut scheiterte Lukas Früh nach einer Haußmann-Ecke nur knapp. Dann aber bekamen die Ostälbler die Partie wieder besser in den Griff. Mayer scheiterte nach einer Stunde Spielzeit an der Latte und verpasste somit die Vorentscheidung. Es blieb also nach wie vor bei einem knappen Spielstand. Doch den Pfullingern fiel einfach zu wenig ein, um die routiniert verteidigenden Gäste neuerlich in Bedrängnis zu bringen. Zu ungenau kamen die Bälle in die Spitze, um für Gefahr zu sorgen. Fünf Minuten vor dem Spielende war es der Normanne Felix Bauer, der mit der letzten Chance des Nachmittags für Aufsehen sorgte. Doch auch ihm blieb ein Treffer versagt. Der 1. FCN setzt seinen Aufwärtstrend fort, während sich der VfL nach drei Niederlagen und vier Punkten zum rettenden Platz elf mehr als Gedanken um die Zukunft machen muss.

 

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Lukas Früh (Nr. 16) muss weiter auf seinen ersten Verbandsligatreffer warten.

Dominik Früh saß wenige Minuten nach dem Schlusspfiff hinter dem Tor da wie ein Häufchen Elend. Selber konnte es der Vollblutstürmer am wenigsten fassen, dass er wenige Minuten zuvor den Ball nicht zum 2:2 über die Linie befördern konnte. Der VfL warf in der Nachspielzeit alles nach vorn, sogar Towart Markus Hirlinger war in den gegnerischen Strafraum geeilt. Ein letzter Ball in die Spitze, Jochen Fey legte das Spielgerät in die Mitte genau auf Früh. Doch sein Schuss war viel zu schwach, um den durchaus verdienten Punkt gegen den VfB Neckarrems einzubringen, Gästeschlussmann Luis Miguel Rodrigues Loucao hatte wenig Mühe, den Sieg seiner Mannschaft festzuhalten. Diese Szene war symptomatisch für die Situation der Schützlinge von Michael Konietzny im Herbst 2017. Die Leistung stimmt im Großen und Ganzen, nur die letzte Konsequenz, das Quäntchen Glück fehlen zum Erfolg. Eine Mischung, die allmählich die Alarmglocken am Jahnhaus zum Läuten bringen müsste.

Die Partie des Vorjahresvierten gegen den Vorjahresfünften, die beide wahrlich keinen guten Start in die Spielzeit 2017/2018 vorweisen können, nahm nach einer knappen Viertelstunde an Fahrt auf. Matthias Dünkel und vor allem Heiko Schall hatten für den VfL das 1:0 auf dem Fuß, auf der Gegenseite streifte ein Kopfball von Lars Ruckh nur um Haaresbreite am langen Pfosten vorbei. Wieder war es ein Standard, bei dem die Pfullinger Defensive nicht gut aussah und den Gästen die Führung bescherte. Der baumlange Pero Mamic setzte sich gegen seinen Bewacher Fatih Özge durch und köpfte zum 0:1 ein (32.). Damit ging es auch in die Pause.

Unterhaltsam und ein wenig hitziger wurde es auch in Durchgang zwei. Christopher Leuze machte per Kopf auf sich aufmerksam, der eingewechselte Lukas Früh trifft den Ball nicht richtig, nachdem ein Schuss seines Bruders geblockt wurde. Leuze verhinderte im eigenen Fünfmeterraum das 0:2, als er den Ball von der Linie kratzte. Die Schlussviertelstunde hatte weitere Aufreger zu bieten. Dominik Früh wird im Strafraum zu Boden gerungen, den fälligen Elfmeter verwandelte Yasin Yilmaz souverän (77.). Glück für die Neckarremser, dass die Schiedsrichterin Melissa Joos auf eine rote Karte für den Verteidiger verzichtete. Doch es kam noch schlimmer für den VfL. Lars Ruck brachte seine Farben mit einem sehenswerten Treffer erneut in Front (85.). Die Schlussoffensive der Hausherren wurde nicht belohnt. Ein weiteres klares Foul an Dominik Früh übersah die Schiedsrichterin und ließ weiterlaufen. Ein Fehler, wie sie nach dem Spiel und der Besprechung mit dem Beobachter einräumte. Auch das passt zur aktuellen Pfullinger Situation. Doch liegt hier nicht der Hauptgrund der Niederlage. Die Spieler müssen wieder an ihre Stärken glauben und zur Stelle sein, wenn es gilt. Dann kommen auch die richtigen Ergebnisse wieder.

 

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Dominik Früh war der tragische Pfullinger Held gegen den VfB Neckarrems.