Das Ende des zweiten Saisondrittels garnierte der VfL Pfullingen mit einem Big Point im Duell Tabellenführer gegen erster Verfolger und versilberte sozusagen den 20. Spieltag mit drei Punkten am schmucken Böblinger Sportgelände am Silberweg.

Trainer Michael Konietzny wartete mit einigen Überraschungen in der Startformation auf. Er begann mit zwei Spitzen, zu Kevin Schneider gesellte sich Goalgetter Dominik Früh. Patrick Lehmann, der in der Vorwoche noch die Kapitänsbinde trug, musste vorerst mit der Bank vorliebnehmen. Auch im Defensivverbund kamen Dominik Biber und Matthias Kunst zu ihren ersten Einsätzen von Beginn an in diesem Jahr.

Auf holprigen Geläuf kam der VfL zunächst besser in die Partie, ohne jedoch gefährlich vor Böblingens Strafraum aufzutauchen. Nach einer Viertelstunde wendete sich das Blatt zusehends. Pfullingens Schlussmann Tim Becker erwies sich nach 17 Minuten als hellwach, als er einen abgefälschten Aufsetzer von Fabian Schragner bravourös um den Pfosten lenkte. Gefahr für das Tor des Spitzenreiters drohte vor allem dann, wenn die Hausherren einen der zu oft fahrlässig verursachten Freistöße zugesprochen bekamen. So rettete nach einem Versuch von Daniel Knoll das Aluminium für den VfL, beim nächsten Anlauf war wieder Becker auf dem Posten. Deshalb war man sich im stark vertretenen Gästeblock unter den 350 Zuschauern schnell einig, dass man mit dem torlosen Unentschieden nach 45 Minuten sehr gut leben kann.

Nach dem Seitenwechsel stellte sich urplötzlich eine gänzlich andere Gemengelage dar. Die Pfullinger schienen sich einiges vorgenommen zu haben, während sich die Spielvereinigung offenbar etwas von ihrer Dominanz aus dem ersten Durchgang blenden ließ und unbewusst weniger investierte. Der VfL nahm engagiert und abgezockt mehr und mehr das Heft in die Hand. Nach einer von Kevin Haußmann passgenau getretenen Ecke schraubte sich Kevin Schneider hoch und kam mit dem Kopf einen Tick früher als SV-Schlussmann Dominik Traub an den Ball, das umjubelte 0:1 nach 54 Minuten. Der Treffer gab den Schützlingen von Konietzny und dem gelb-rot gesperrten Co-Trainer Yasin Yilmaz noch mehr Selbstvertrauen. Der Versuch der Gastgeber, möglichst schnell auf den Rückstand zu reagieren, wollte nicht so recht verfangen. Dem VfL boten sich nun die Räume, um nach Ballgewinn schnelle Gegenstöße zu fahren. Dennoch war es ein Abwehrfehler, der zur Vorentscheidung führte. Dominik Früh nutzte die Gunst des Augenblicks, steuerte alleine auf Traub zu und überwand diesen in bester Stürmermanier zum 0:2 (78.).

Ein rüdes Foul an Matthias Dünkel, Daniel Fredel riss den quirligen Angreifer um und sah dafür völlig zurecht gelb (auf beiden Seiten gab es je fünf Verwarnungen), führte zur Entscheidung. SV-Schlussmann Traub rechnete mit einer Freistoß-Hereingabe vors Tor, doch Schlitzohr Haußmann roch den Braten und beförderte den Ball einfach ins verwaiste kurze Eck (80.). Damit war die Messe gelesen, die Spielvereinigung ergab sich ihrem Schicksal und der VfL konnte das Ergebnis zum jahresübergreifend siebten Sieg in Serie über die Zeit schaukeln.

Trainer Michael Konietzny, der im Vorfeld von einem richtungweisenden, aber nicht vorentscheidenden Spiel sprach, blieb bescheiden: „Auch für diesen Sieg gibt es nur drei Punkte. Wir wollten in jedem Fall nicht zwei Mal gegen Böblingen verlieren.“ An seine Mannschaft appellierte er: „Wir müssen nun weiter unsere Hausaufgaben machen.“

 

ST20

Pfullingens erster Streich: Kevin Schneider macht mit seinem Premierentor im Pfullinger Trikot das wichtige 0:1.