Dominik Früh saß wenige Minuten nach dem Schlusspfiff hinter dem Tor da wie ein Häufchen Elend. Selber konnte es der Vollblutstürmer am wenigsten fassen, dass er wenige Minuten zuvor den Ball nicht zum 2:2 über die Linie befördern konnte. Der VfL warf in der Nachspielzeit alles nach vorn, sogar Towart Markus Hirlinger war in den gegnerischen Strafraum geeilt. Ein letzter Ball in die Spitze, Jochen Fey legte das Spielgerät in die Mitte genau auf Früh. Doch sein Schuss war viel zu schwach, um den durchaus verdienten Punkt gegen den VfB Neckarrems einzubringen, Gästeschlussmann Luis Miguel Rodrigues Loucao hatte wenig Mühe, den Sieg seiner Mannschaft festzuhalten. Diese Szene war symptomatisch für die Situation der Schützlinge von Michael Konietzny im Herbst 2017. Die Leistung stimmt im Großen und Ganzen, nur die letzte Konsequenz, das Quäntchen Glück fehlen zum Erfolg. Eine Mischung, die allmählich die Alarmglocken am Jahnhaus zum Läuten bringen müsste.

Die Partie des Vorjahresvierten gegen den Vorjahresfünften, die beide wahrlich keinen guten Start in die Spielzeit 2017/2018 vorweisen können, nahm nach einer knappen Viertelstunde an Fahrt auf. Matthias Dünkel und vor allem Heiko Schall hatten für den VfL das 1:0 auf dem Fuß, auf der Gegenseite streifte ein Kopfball von Lars Ruckh nur um Haaresbreite am langen Pfosten vorbei. Wieder war es ein Standard, bei dem die Pfullinger Defensive nicht gut aussah und den Gästen die Führung bescherte. Der baumlange Pero Mamic setzte sich gegen seinen Bewacher Fatih Özge durch und köpfte zum 0:1 ein (32.). Damit ging es auch in die Pause.

Unterhaltsam und ein wenig hitziger wurde es auch in Durchgang zwei. Christopher Leuze machte per Kopf auf sich aufmerksam, der eingewechselte Lukas Früh trifft den Ball nicht richtig, nachdem ein Schuss seines Bruders geblockt wurde. Leuze verhinderte im eigenen Fünfmeterraum das 0:2, als er den Ball von der Linie kratzte. Die Schlussviertelstunde hatte weitere Aufreger zu bieten. Dominik Früh wird im Strafraum zu Boden gerungen, den fälligen Elfmeter verwandelte Yasin Yilmaz souverän (77.). Glück für die Neckarremser, dass die Schiedsrichterin Melissa Joos auf eine rote Karte für den Verteidiger verzichtete. Doch es kam noch schlimmer für den VfL. Lars Ruck brachte seine Farben mit einem sehenswerten Treffer erneut in Front (85.). Die Schlussoffensive der Hausherren wurde nicht belohnt. Ein weiteres klares Foul an Dominik Früh übersah die Schiedsrichterin und ließ weiterlaufen. Ein Fehler, wie sie nach dem Spiel und der Besprechung mit dem Beobachter einräumte. Auch das passt zur aktuellen Pfullinger Situation. Doch liegt hier nicht der Hauptgrund der Niederlage. Die Spieler müssen wieder an ihre Stärken glauben und zur Stelle sein, wenn es gilt. Dann kommen auch die richtigen Ergebnisse wieder.

 

ST12

Dominik Früh war der tragische Pfullinger Held gegen den VfB Neckarrems.