Langweilig wurde es keinem der gut 350 Zuschauer, die bei bestem Fußballwetter die Partie des Spitzenreiters beim in Abstiegsnöten steckenden VfL beobachteten. Sechs Tore, strittige Szenen und 14 gelbe Karten trugen zur Fußballunterhaltung bei. Am Ende sprang eine Punkteteilung heraus, die der neutrale Beobachter sicherlich als gerecht bezeichnen würde.

Die ersten Minuten gehörten eindeutig dem Tabellenführer, die Gastgeber brauchten ein paar Minuten zum Sortieren. Dann aber legten die Schützlinge von Michael Konietzny langsam los. Nach acht Minuten hatte Kevin Haußmann die Führung auf dem Fuß, als er völlig frei vor Gästeschlussmann Christian Zech auftauchte, aber an diesem scheiterte. Kurze Zeit später wurde der Schuss von Matthias Dünkel von einem Abwehrspieler von der Linie gekratzt. Dann die Führung der Sportfreunde. Nach einem Freistoß köpfte Niklas Weißenberger zum 0:1 ein (20.). Das Schiedsrichtergespann um Tobias Bauch, der im Verlauf des Spieles mehrmals von sich reden machte, übersah dabei ein Foul des Torschützen an VfL-Abwehrmann Dominik Biber. Dafür wähnten die Unparteiischen beim vermeintlichen 0:2 den Kopfballschützen im Abseits, Glück für die Hausherren, da dies nicht der Fall war. Kurz vor dem Halbzeitpfiff war es Heiko Schall, der den verdienten Ausgleich auf dem Fuß hatte, aber auch kein Mittel gegen Zech im Gästetor fand. „Ich reg mich da gar nicht mehr auf“, meinte Konietzny mit Blick auf die wieder einmal ausgelassenen Torchancen.

Nach 48 Minuten machte es Schall dann aber besser und beförderte den Ball aus acht Metern zum Ausgleich über die Linie. Nun nahmen die Pfullinger die Partie in die Hand, Dünkel per Doppelpack brachte die wie entfesselt agierenden Hausherren zwischen der 54. Und 60. Minute mit 3:1 in Führung. Ein Handspiel von Heiko Schall brachte den Verbandsligaprimus zurück ins Spiel. Fabian Weiß traf sicher zum 2:3 (63.). Weiß war es auch, der den nächsten Handelfmeter nur drei Minuten später ebenfalls souverän ins Netz beförderte. Allerdings machte das Gespann bei seiner Strafstoßentscheidung einen sehr unglücklichen Eindruck. Das Handspiel, das nicht jeder Schiedsrichter als strafbares auslegt, geschah einen Meter vor dem Strafraum. Bauch befragte seinen Assistenten, der zum Zeitpunkt des Vorfalls allerdings zur Pfullinger Bank blickte. Wie es schlussendlich zur Entscheidung kam, bleibt deren Geheimnis. Auch nach dem raschen Ausgleich verzagten die Hausherren nicht, schließlich haben sie über eine Stunde lang dem Favoriten Paroli geboten. Auch in Unterzahl - Dominik Früh musste nach einer Ampelkarte das Feld verlassen (77.), kam der VfL durch den eingewechselten Patrick Weiland zu einer dicken Chance, sein Kopfball klatschte allerdings nur an die Latte. Auf der anderen Seite rettete Teufelskerl Markus Hirlinger im Pfullinger Gehäuse in der Schlussphase mit einer Glanztat das Unentschieden. Zwar hatten die Pfullinger den Sieg vor Augen, auf dieser Leistung lässt sich allerdings für die kommenden Aufgaben aufbauen.

 

ST20

Kollektives Hinter-dem-Ball-herschauen: Heiko Schall hat abgezogen und dreht Augenblicke später nach dem 1:1-Ausglerich jubelnd ab.