Dank der späten Tore von Kevin Haußmann und Fatih Özge kann der VfL Pfullingen den ersten Sieg des Jahres 2018 feiern. Und dies ausgerechnet beim VfL Sindelfingen, was den vierten Sieg der Konietzny-Schützlinge im vierten Spiel gegen die Mercedesstädter seit dem Verbandsligaaufstieg bedeutet.

Beide Teams hatten mit dem holprigen Geläuf im Floschenstadion ihre Mühe, was sich auch auf die Qualität der Partie auswirkte. Die Gäste waren nach anfänglichem Abtasten optisch das bessere Team und hatte in Person von Lukas Früh (sein Bruder Dominik fieberte gelb-rot-gesperrt auf der Tribüne mit) zwei gute Einschussmöglichkeiten, die jeweils am Außennetz landeten. „Unser VfL ist besser, muss einfach aus den klaren Chancen auch mal ein Tor machen“, zog Sportchef Oliver Herdtner eine kritische Bilanz des ersten Durchgangs.

In der Schlussviertelstunde von Abschnitt zwei intensivierte sich das Geschehen auf dem Spielfeld zusehends. Dominik Biber lief in starker Manier Lars Jäger ab und klärte in höchster Not, kurz darauf musste Schlussmann Markus Hirlinger einen Kopfball entschärfen. Dann kamen die Minuten der Jungs um Kapitän Florian Gekeler. Nach einem Konter legte Matthias Dünkel den Ball auf Kevin Haußmann, der das Spielgerät zur umjubelten Führung über die Linie beförderte (79.). Fünf Minuten traf Özge per direktem Freistoß zur Entscheidung. Kurios: Dies war sein zweiter Saisontreffer, den ersten erzielte er im Hinspiel ebenfalls per direkt ausgeführten Freistoß. Traf er damals unhaltbar in den Winkel, musste gestern Sindelfingens Schlussmann David Kocyba tatkräftig mithelfen. Den Pfullingern war’s freilich egal, sie schaukelten das 2:0 über die Zeit.

Konietzny freute sich über den Zu-Null-Erfolg und fügte an: „Es war ein dreckiger, aber aufgrund der zweiten Halbzeit verdienter Sieg! Beide Mannschaften hatten Probleme mit dem Platz, es war kein Fußball-Leckerbissen.“ In der jetzigen Situation zählen zunächst nur die Punkte.

 

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Fatih Özge traf schon wie im Hinspiel per Freistoß zum 2:0.

Langweilig wurde es keinem der gut 350 Zuschauer, die bei bestem Fußballwetter die Partie des Spitzenreiters beim in Abstiegsnöten steckenden VfL beobachteten. Sechs Tore, strittige Szenen und 14 gelbe Karten trugen zur Fußballunterhaltung bei. Am Ende sprang eine Punkteteilung heraus, die der neutrale Beobachter sicherlich als gerecht bezeichnen würde.

Die ersten Minuten gehörten eindeutig dem Tabellenführer, die Gastgeber brauchten ein paar Minuten zum Sortieren. Dann aber legten die Schützlinge von Michael Konietzny langsam los. Nach acht Minuten hatte Kevin Haußmann die Führung auf dem Fuß, als er völlig frei vor Gästeschlussmann Christian Zech auftauchte, aber an diesem scheiterte. Kurze Zeit später wurde der Schuss von Matthias Dünkel von einem Abwehrspieler von der Linie gekratzt. Dann die Führung der Sportfreunde. Nach einem Freistoß köpfte Niklas Weißenberger zum 0:1 ein (20.). Das Schiedsrichtergespann um Tobias Bauch, der im Verlauf des Spieles mehrmals von sich reden machte, übersah dabei ein Foul des Torschützen an VfL-Abwehrmann Dominik Biber. Dafür wähnten die Unparteiischen beim vermeintlichen 0:2 den Kopfballschützen im Abseits, Glück für die Hausherren, da dies nicht der Fall war. Kurz vor dem Halbzeitpfiff war es Heiko Schall, der den verdienten Ausgleich auf dem Fuß hatte, aber auch kein Mittel gegen Zech im Gästetor fand. „Ich reg mich da gar nicht mehr auf“, meinte Konietzny mit Blick auf die wieder einmal ausgelassenen Torchancen.

Nach 48 Minuten machte es Schall dann aber besser und beförderte den Ball aus acht Metern zum Ausgleich über die Linie. Nun nahmen die Pfullinger die Partie in die Hand, Dünkel per Doppelpack brachte die wie entfesselt agierenden Hausherren zwischen der 54. Und 60. Minute mit 3:1 in Führung. Ein Handspiel von Heiko Schall brachte den Verbandsligaprimus zurück ins Spiel. Fabian Weiß traf sicher zum 2:3 (63.). Weiß war es auch, der den nächsten Handelfmeter nur drei Minuten später ebenfalls souverän ins Netz beförderte. Allerdings machte das Gespann bei seiner Strafstoßentscheidung einen sehr unglücklichen Eindruck. Das Handspiel, das nicht jeder Schiedsrichter als strafbares auslegt, geschah einen Meter vor dem Strafraum. Bauch befragte seinen Assistenten, der zum Zeitpunkt des Vorfalls allerdings zur Pfullinger Bank blickte. Wie es schlussendlich zur Entscheidung kam, bleibt deren Geheimnis. Auch nach dem raschen Ausgleich verzagten die Hausherren nicht, schließlich haben sie über eine Stunde lang dem Favoriten Paroli geboten. Auch in Unterzahl - Dominik Früh musste nach einer Ampelkarte das Feld verlassen (77.), kam der VfL durch den eingewechselten Patrick Weiland zu einer dicken Chance, sein Kopfball klatschte allerdings nur an die Latte. Auf der anderen Seite rettete Teufelskerl Markus Hirlinger im Pfullinger Gehäuse in der Schlussphase mit einer Glanztat das Unentschieden. Zwar hatten die Pfullinger den Sieg vor Augen, auf dieser Leistung lässt sich allerdings für die kommenden Aufgaben aufbauen.

 

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Kollektives Hinter-dem-Ball-herschauen: Heiko Schall hat abgezogen und dreht Augenblicke später nach dem 1:1-Ausglerich jubelnd ab.

Im Heimspiel gegen Öhringen, war es die Nachspielzeit, am Samstag die 89. Minute, in der sich die Träume des VfL von einer Punkteteilung bzw. einem Sieg in Luft auflösten. Das Team wird momentan wahrlich nicht vom Glück verfolgt.

Dabei ging es gut los für die Jungs um Kapitän Patrick Lehmann. Mit einem der ersten Angriffe gelang Kevin Haußmann per abgefälschtem Schuss die Führung für seine Farben (9.). Beinahe hätte Matthias Dünkel per Kopf den zweiten Treffer erzielt, aber nach toller Flanke von Christos Chatzimalousis brachte er nicht den notwendigen Druck hinter den Ball. Auf der anderen Seite verfehlte ein Drehschuss von Thomas Maas hauchdünn sein Ziel. Über die gesamte Spielzeit ging es nun hin und her, wobei sich erleichtertes Durchatmen auf der einen und fassungsloses Kopfschütteln auf der anderen Fan-Seite ob der ausgelassenen Tormöglichkeiten abwechselten. Der FC hatte in einer Partie mit überschaubaren Niveau die größeren Spielanteile, wobei der VfL die qualitativ hochwertigeren Chancen für sich reklamieren konnte.

Allein in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel versemmelten die Gäste eine Reihe von Hochkarätern, was das Spiel weiter offen und spannend hielt. A propos offen: Mit offenem Visier agierten beide Mannschaften, der VfL auf die Entscheidung und die Allgäuer auf den Ausgleich aus. Die Minuten verrannen und die Schützlinge von Michael Konietzny konnten sich nun allmählich Gedanken machen, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Doch daraus wurde bekanntlich leider nichts. In der Schlussminute schloss Okan Housein, der schon im Hinspiel traf, einen Konter über die rechte Seite zum 1:1 ab. Sicherlich kein ungerechtes Ergebnis in einem Spiel, das auch 5:5 hätte Enden können, dennoch müssen sich die Pfullinger Spieler Vorwürfe machen, den zum Greifen nahen Dreier nicht mit auf die Heimreise genommen zu haben.

Entsprechend bedient war Konietzny bei der anschließenden Pressekonferenz: „Wir haben klare Torchancen kläglich vergeben. Dann der Klassiker, in der Schlussphase den Ausgleich zu kassieren. Wir müssen einfach zum richtigen Zeitpunkt das zweite Tor machen!“ Dennoch sieht der A-Lizenz-Inhaber nicht komplett schwarz: „Wir bleiben dennoch optimistisch, allerdings müssen wir unseren Beitrag dazu leisten!“ Das ist bereits am kommenden Samstag vonnöten, wenn der Spitzenreiter Dorfmerkingen seine Aufwartung im Volksbank-Stadionmacht.

 

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Da war die Pfullinger Welt noch in Ordnung: Kevin Haußmann (Nummer 11) trifft zum frühen 1:0 und lässt sich von seinen Mitspielern feiern.

Der Start ins Fußballjahr 2018 ging für die Verbandsligakicker des VfL in die Hose. Gegen Mit-Kellerkind TSG Öhrigen setzte es eine schmerzhafte 2:3 (0:1)-Heimniederlage.

Die Gäste hatten bereits zwei Pflichtspiele im Jahr 2018 absolviert, was man den ersten Minuten des Spiels deutlich anmerkte. Die TSG bestimmte das Spielgeschehen und machte ordentlich Duck auf das Pfullinger Gehäuse. „Es kann nur besser werden“, entfuhr es VfL-Spielleiter Frank König schon nach wenigen Minuten. Und sein Flehen wurde erhört. Der VfL befreite sich etwas vom Druck, Matthias Dünkel hatte die bis dato beste Einschusschance, scheiterte aber am gut reagierenden Gästeschlussmann Ruben Götz (17.) Nach einer halben Stunde erneut die Möglichkeit zur Führung, doch Dominik Frühs Querpass kam nicht an. Im Gegenzug dann das 0:1. Einen langen Diagonalball konnte Markus Herkert seelenruhig annehmen und gekonnt verwerten (35.).

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Hausherren deutlich mehr Engagement. Nach einem Foul im Strafraum – Matthias Dünkel wurde von zwei Öhringern in die Zange genommen – verwandelte Dominik Biber sicher zum 1:1 (53). Nur kurze Zeit später scheiterte Dünkel am Pfosten, beim anschließenden Nachschuss wähnte das oft unglücklich agierende Schiedsrichtergespann Lukas Früh im Abseits, seinem Treffer wurde die Anerkennung versagt. Auch in der 68. Minute erstarb Pfullingens Torjubel im Abseitspfiff des Unparteiischen Matthias Hennig. Wie so oft wurde diese Nachlässigkeit vor dem Tor bestraft. Die Gäste machten es besser und Kevin Müller bedankte sich mit dem 1:2 bei der erneut fahrlässigen Hintermannschaft des VfL. Doch die Schützlinge von Michael Konietzny gaben nicht auf und Lukas Früh schlenzte nach 81 Minuten den Ball zum neuerlichen Ausgleich ins Netz. Die Gastgeber warfen nun alles nach vorn, was in der Nachspielzeit bitter bestraft wurde. Auch beim 2:3 präsentierte sich die Defensive erschreckend unsortiert.

Eine suboptimale Defensivarbeit, gepaart mit Pech im Abschluss und dem Knock Out in der Nachspielzeit – eine sehr gefährliche Gemengelage, die auf Dauer sicherlich nichts Gutes verheißen kann.

 

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Pech für Matthias Dünkel in dieser Situation: Sein Schuss landete am Pfosten.

Zum Abschluss des Jahres 2017 gelang dem VfL im Derby gegen den starken Aufsteiger TSG Tübingen ein deutlicher 5:1 (2:1)-Erfolg. Die Hausherren präsentierten sich dabei noch einen Tick stärker als beim 7:3-Sieg gegen den SSV Ehingen-Süd vor Wochenfrist. Trotz der widrigen Platzverhältnisse im Volksbank-Stadion kombinierten und spielten sich die Hausherren zum Auftakt der Rückrunde reihenweise durch die Tübinger Defensive und ließen im Abschluss eine erstaunliche Konsequenz erkennen.

Die Gäste gingen nach dem beeindruckenden 4:0-Erfolg beim FSV Hollenbach entsprechend selbstbewusst ins Alb-Derby. Nach 20 Minuten hatten die Unistädter den Torschrei auf den Lippen, doch der Kopfball von Pirmin Glück verfehlte um Haaresbreite sein Ziel. Da machte es Dominik Früh auf der anderen Seite besser. Er versenkte eine passgenaue Flanke des starken Lukas Linder mit dem Köpfchen zur Pfullinger Führung (27). Dieser Treffer gab den nötigen Auftrieb für die Konietzny-Schützlinge. Linder bugsierte elf Minuten später den Ball zum 2:0 über die Linie, nachdem mehrere Kollegen zuvor mit diesem Vorhaben scheiterten. Mit dem Halbzeitpfiff aber die kalte Dusche. Nach einem Freistoß brachte der VfL den Ball nicht aus dem Gefahrenbereich und Tammo Heinzler, der schon im Hinspiel traf, köpfte zum Anschlusstreffer ein.

Am Tag der Kopfballtore war es dann Yasin Yilmaz, der nach einer Ecke von Maximilian Füssenhäuser das Spielgerät mit dem obersten Teil des Körpers gekonnt zum beruhigenden 3:1 ins Netz beförderte (51.). Dieses Tor und die gelb-rote Karte für Jan Bursik waren entscheidend für den weiteren Spielverlauf. Die Hausherren kontrollierten nun Gegner und Ball, während das Überraschungsteam der Vorrunde sich nur noch selten in Szene setzen konnte. Der schnelle Matthias Dünkel stellte die Weichen mit einem Schuss ins lange Eck endgültig auf Sieg (81.) und Lukas Linder krönte seine überragende Leistung mit einem Tor via Innenpfosten in der Nachspielzeit. Nach einem Tor in vier Spielen ist die VfL-Bilanz mit 12 Toren aus zwei Spielen wieder deutlich besser. So verrückt kann der Fußball sein!

Die Mannschaft verabschiedet sich nun in die Winterpause. Auf dem Plan stehen die Teilnahme an den Hallenturnieren in Trochtelfingen und Sindelfingen, bevor es am 15. Januar mit der Vorbereitung auf dem Platz weitergeht.

 

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Mit zwei Toren und einer Vorlage war Lukas Linder der Mann des Tages.