Das Frühstücksderby zwischen dem VfL Pfullingen und dem SV 03 Tübingen bot beste Fußballunterhaltung für die angesichts des schlechten Wetters stattliche Zuschauerzahl von 250 Besuchern.

Vom Anpfiff weg merkte man den Hausherren an, dass sie die Vorlage des ärgsten Verfolgers SV Böblingen (0:0 am Freitag gegen Holzgerlingen) nutzen und den Vorsprung auf fünf Zähler ausbauen wollten. Entsprechend engagiert gingen sie zur Sache, bereits in den zweiten Minute nutze Lukas Linder die erste Chance des Spiels zur Führung (2.). Doch die Gäste, angesichts des sicheren Klassenverbleibs mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen ins Spiel gegangen, antworteten schnell, auch ihre erste Chance führte zum Erfolg. Mohammed Arfaoui kam freistehend zum Schuss und schloss freistehend zum 1:1 ab. Dies rief wieder die Schützlinge von Michael Konietzny auf den Plan. Kevin Haußmann dribbelte sich von außen in die Mitte und schlenzte den Ball mit seinem linken Fuß ins lange Eck. Schlussmann Max Steinhilber hatte zwar noch die Finger am Ball, konnte das Tor jedoch nicht verhindern (16.). Nur zwei Minuten später war es erneut Haußmann, der einen Freistoß von der rechten Seite an Freund und Feind vorbei ins lange Eck beförderte. Nach 18 Zeigerumdrehungen waren also bereits vier Treffer gefallen. Der VfL machte weiter Druck und zeigte teilweise begeisternden Fußball, erspielte sich weitere Chancen, aber ein Tor wollte nicht mehr fallen.

Ganz anders begann Durchgang zwei. Wie schon so oft waren die Pfullinger nicht richtig auf dem Platz und hatte gegen mächtig drückende Tübinger Glück, nicht den Anschlusstreffer zu kassieren. Nach einer stürmerfoulreifen Situation warteten die Gelb-Schwarzen auf den Pfiff von Schiedsrichter Johannes Röhrig. Der blieb aber aus, Matthias Dünkel nutzte die Gunst des Moments und erhöhte nach einer knappen Stunde auf 4:1. Damit war der Elan der Gäste etwas gebrochen. Selbst nach dem 2:4-Kopfballtreffer durch Lukas Schreijäg (63.) konnte der SV nicht mehr den notwendigen Druck aufbauen, um sich gegen mehr und mehr befreiende Pfullinger zu behaupten. Im Gegenteil, nach einem Foul an Christos Chatzimalousis trat der Gefoulte selbst zur Ausführung an. Er rutschte beim Schuss zwar aus, der Ball fand dennoch den Weg zum 5:2 und somit zur Entscheidung ins Tor (77.). Damit war das Frühschoppen-Derby endgültig zu Gunsten des Tabellenführers entschieden.

„Unsere erste Halbzeit war ganz ok“, stapelte VfL-Coach Michael Konietzny tief. „Im zweiten Durchgang bringen wir dann ohne Not den Gegner zurück ins Spiel. Da müssen wir auch unsere Konterchancen einfach besser ausspielen. Unter dem Strich ein ganz wichtiger Sieg.“

 

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Markus Wagner enteilt in dieser Szene der Tübinger Abwehr. Den Treffer zum 4:1 bereitete er vor.

„Wir werden einen hohen Aufwand betreiben müssen“, war sich VfL-Coach Michael Konietzny im Vorfeld sicher. Und er sollte Recht behalten. Es war ein Geduldsspiel gegen sich energisch wehrende Mühlheimer, bis der Auswärtsdreier unter Dach und Fach war. Bei kaltem Regenwetter kontrollierte der Spitzenreiter zumeist die Partie, doch die Hausherren blieben stets gefährlich. In der Anfangsphase musste Tim Becker zwei Mal eingreifen. Nach einer halben Stunde war es auf der anderen Seite Matthias Dünkel, der sich in den Strafraum dribbelte, dann aber knapp am langen Pfosten vorbeischoss. Torlos ging es in die Kabinen.

Auch im zweiten Durchgang war der Wille auf Pfullinger Seite zu erkennen, es mangelte allerdings an gut herausgespielten Torchancen. Die Mühlheimer wurden angesichts des für sie komfortablen Spielstandes mutiger und nutzten die Räume gegen mehr und mehr hochstehende Pfullinger. Doch die Konietzny-Schützlinge behielten die Nerven und zeigten die notwendige Geduld. Das zahlte sich neun Minuten vor dem Ende aus. Nach einer Flanke von Matthias Dünkel und einem Querschläger eines Abwehrspieler Drehung erzielte Kevin Schneider aus der das umjubelte 0:1, in der Schlussminute machte Lukas Linder den Sack nach starker Vorarbeit von Kevin Haußmann endgültig zu. Zwar nicht mit Bestnoten, doch mit einer soliden Leistung bleibt der VfL Pfullingen an der Spitze der Tabelle. Konietzny: „Es war das erwartet schwere Spiel. Die Jungs haben das aber gut gemacht und teilweise guten Fußball gespielt. Das man in so einem Spiel auch Glück braucht, ist ganz normal.“

 

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Kevin Schneider gelang schon wie in Böblingen das wichtige 1:0.

Nach der 0:3-Niederlage in der Vorwoche kehrte der VfL gegen den FV 08 Rottweil mit einem 3:0 (2:0)-Heimerfolg schnell wieder in die Erfolgsspur zurück. Dabei gab es über das Spiel neben den drei gewonnen Punkten nicht sehr viel Aufregendes zu berichten.

Die Hausherren ließen vom Anpfiff weg keine Zweifel aufkommen, dass sie nicht gewillt waren, die Niederlage in Holzgerlingen als Beginn einer „Mini-Krise“ oder gar Schlimmeren bewerten zu lassen. Entsprechend engagiert gingen sie gegen den Tabellenletzten zu Werke. Über ein deutliches Übergewicht an Ballbesitz kamen die Pfullinger durch Heiko Schall und Matthias Dünkel zu ersten Chancen. Letzterer glänzte beim Führungstreffer kurze Zeit später als Vorbereiter. Dünkels maßgenaue Flanke fand den Kopf von Goalgetter Dominik Früh, der wenig Mühe hatte, mit seinem 29. Saisontreffer die Führung zu erzielen (21.). Nachdem Schiedsrichter Can Daler, der wie beide Teams am unteren Niveau des eigenen Leistungsvermögens operierte, dem VfL einen glasklaren Handelfmeter verweigerte, bekamen die 150 frierenden Zuschauer doch noch ein Highlight im ersten Durchgang geboten. Fatmir Karasalihovic setzte Matthias Dünkel in Szene, der auf dem Weg zum Tor einen Gegenspieler tunnelte und sehenswert zum 2:0-Halbzeitstand abschloss.

Im zweiten Durchgang machten die in der Tabelle abgeschlagenen Rottweiler mehr Tempo, sie konnten jedoch auch aus den sich nun einschleichenden Nachlässigkeiten in den Reihen der Schützlinge von Michael Konietzny kaum Kapital schlagen, dazu fehlten ihnen die spielerischen Mittel an diesem Nachmittag. VfL-Kapitän Patrick Lehmann forderte seine Mitspieler auf: „Jungs, wieder mehr Bewegung!“, was die Angesprochenen nach und nach beherzigten. Die Chancen auf Pfullinger Seiten häuften sich wieder, darunter ein Latten-Kopfball von Yasin Yilmaz. Doch dauerte es bis zur Schlussminute, ehe der eingewechselte Marc Tiryaki-Zeeb aus der Distanz abzog und zum Endstand traf. FV-Schlussmann Marijan Huljic, der sich zuvor mehrfach auszeichnen konnte, machte bei diesem Treffer keine gute Figur. Eine höchst durchschnittliche Leistung reichte dem VfL, um mit einem Sieg in die sicher wohltuende Osterpause zu gehen.

 

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Matthias Dünkel ließ sich auf dem Weg zum 2:0 nicht stoppen.

Pfullingens niederlagenfreie Zeit fand bei der Spvgg Holzgerlingen sein Ende. Erstmals nach der Niederlage beim TSV Ofterdingen am 03. Oktober musste der VfL nun am 07. April wieder einer gegnerischen Mannschaft die Pflichtspielpunkte überlassen. Die Holzgerlinger hingegen bauen ihre imposante Serie weiter aus.

Es lief erst die zweite Spielminute, und schon waren die Vorsätze der Konietzny-Schützlinge obsolet. Ein weiter Ball, gefühlt ewig in der Luft, wurde von der VfL-Hintermannschaft nicht geklärt, sondern fand den Weg zu Spvgg-Kapitän Daniel Tremmel, der nicht lange fackelte und zur Führung abschloss. Die Gäste brauchten ein wenig, um dieses frühe Malheur abzuschütteln und ihren Spielrhythmus zu finden. Dann übernahmen sie mehr und mehr die Kontrolle auf dem engen Kunstrasen und begannen, sich Torchancen zu erspielen, die sich mit fortschreitender Spielzeit häuften. Lukas Linder hatte den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber am mit Abstand besten Heimspieler, Schlussmann Malte Bonertz (19.). Dominik Früh und Patrick Lehmann verfehlten das Ziel knapp, ehe wieder Früh in Bonertz zwei Mal seinen Meister fand. Kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde von der Spvgg-Abwehr ein Kopfball von Fatmir Karasalihovic von der Linie gekratzt.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs drängte der VfL auf den Ausgleich. Die größte Chance dazu bot sich Yasin Yilmaz, der nach einem Foul an Christos Chatzimalousis zum Elfmeterpunkt schritt. Doch der Mann zwischen den Pfosten erwies sich an diesem Tag als unüberwindbares Hindernis für den Spitzenreiter. Und wie es dann eben so läuft, nagelte auf der anderen Seite Vincenzo Marchese den Ball aus 20 Metern exakt unter die Latte (60.). Sechs Minuten später kam es für die gebeutelten Pfullinger noch schlimmer, Marco Quaranta stellte die Zeichen mit dem 3:0 endgültig auf Heimsieg. Der VfL bemühte sich um den Anschlusstreffer, weiterhin jedoch vergeblich. Es ist fast schon müßig zu erwähnen, dass sowohl der eingewechselte Lukas Früh als auch Matthias Dünkel jeweils am Aluminium und am Torhüter, der den Ball an den Pfosten lenkte, scheiterten.

„Die Niederlage kam vielleicht zum richtigen Zeitpunkt“, versuchte Spielleiter Frank König noch etwas Positives aus dem gebrauchten Sonntagnachmittag zu ziehen. Dem zuletzt erfolgsverwöhnte Team wurde deutlich vor Augen geführt, dass es nur mit absolutem Einsatz und Siegeswillen geht.

 

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Der VfL um Kapitän Patrick Lehmann am Boden, die Spvgg Holzgerlingen obenauf.

Durch einen deutlichen und hoch verdienten 6:0-Heimerfolg gegen den TSV Ofterdingen festigt der VfL seine Tabellenführung in der Landesliga. Es war jahresübergreifend der achte Pfullinger Sieg und das 14. Spiel ohne Niederlage, seit der VfL am 03. Oktober 2018 in Ofterdingen mit 1:3 das Nachsehen hatte. Die Revanche ist somit geglückt.

Die Hausherren nahmen vom Anpfiff weg das Spiel in die Hand und drückten den abstiegsbedrohten TSV tief in die eigene Hälfte. Nach acht Minuten war es Dominik Früh, der eine Hereingabe von Heiko Schall aus kurzer Distanz zur frühen Führung über die Linie drückte. Früh und Lukas Linder hatten die nächsten Chancen auf dem Fuß, ehe dann Linder, schön von Kapitän Patrick Lehmann in Szene gesetzt, den zweiten Treffer der Partie unter Dach und Fach brachte (18.). Nach einer halben Stunde war der Ausgangspunkt wie schon beim ersten Tor ein Eckstoß. Der Ball kam zu Lehmann, der aus 17 Metern abzog. Dominik Früh lenkte den Schuss unhaltbar in Richtung Gehäuse von TSV-Schlussmann Leon Beuter. 3:0, die Vorentscheidung, Acht Zeigerumdrehungen später war es Christos Chatzimalousis, der auf der vom Tor aus gesehen linken Seite in den Strafraum eindrang, den Ball auf Dominik Früh zurücklegte und Sekunden später zusammen mit dem Goalgetter dessen 28. Punktspieltor der laufenden Saison feiern durfte. Dieses 4:0 war zugleich der Halbzeitstand, da Kevin Schneider, bis vergangenen Herbst in Diensten der Ofterdinger, mit seinem Schussversuch am Pfosten scheiterte.

Nach dem Seitenwechsel ging es flott weiter. Schneider wurde im Strafraum gelegt und Kevin Haußmann, wieder einmal bestens aufgelegter Ballverteiler im Mittelfeld, trat zur Vollstreckung des Strafstoßes an. Er verwandelte souverän, nach 48 Minuten stand es somit 5:0. Weiter kannte das Spiel nur eine Richtung. Die Schützlinge von Michael Konietzny leisteten sich in der Folgezeit allerdings ein paar Fahrlässigkeiten im Abschluss, was angesichts des Spielstandes jedoch keine negativen Auswirkungen für die Hausherren hatte. Die 270 Zuschauer sahen dann doch noch den sechsten Treffer in diesem Derby. Wiederum war es eine Ecke von Kevin Haußmann, die in diesem Falle der eingewechselte Dominik Biber nutzte und per Kopf zum halben Dutzend vollstreckte (85.).

 

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Die Entstehung des 4:0. Christos Chatzimalousis bedient Dominik Früh, der sich die Gelegenheit nicht entgehen ließ.