In einer spektakulären und kurzweiligen Partie konnte der VfL eine dreimalige Führung nicht über die Zeit retten. Auch nach dem 2:3 in der 90. Minute schafften die kämpfenden Darmsheimer in der Nachspielzeit noch den Ausgleich. Jedes Mal, wenn die Schützlinge von Trainer Michael Konietzny in Führung gingen, schlug der TV prompt zurück.

Die Partie begann gut für den Tabellenführer nach einem Foul an Kevin Haußmann schnappte sich Dominik Biber den Ball und verwandelte den fälligen Strafstoß sicher (7.). Doch nur drei Minuten später Elfmeter auf der anderen Seite. Torwart Tim Becker ging zu ungestüm gegen einen Darmsheimer Stürmer in den Zweikampf, auch hier klare Sache. Björn Hölz stellte das 1:1 her. Der VfL blieb spielbestimmend und hatte durch einen Kopfball von Torjäger Dominik Früh die Chance zum 2:1, der Ball ging allerdings knapp übers Gebälk. Die Hausherren verteidigten geschickt und mit viel Herzblut, sodass weitere Pfullinger Chancen ausblieben. „Heute müssen wir geduldig sein“, orakelte Spielleiter Frank König gegen Ende des ersten Durchgangs.

Und er behielt recht. Denn es dauerte bis zur 65. Minute, ehe der frisch eingewechselte Lukas Linder mit einem fulminanten Schuss das 1:2 erzielte. Zwei Zeigerumdrehungen später war es Florian Eipper, der nach einem langen Einwurf den Ball per Kopf ins lange Eck beförderte. Nun bekamen die Damrsheimer, am Spieltag zuvor noch 3:9-Verlierer gegen den SSC Tübingen, plötzlich Oberwasser. Doch es war wiederum Linder, der in der Schlussminute den vermeintlichen Siegtreffer für den VfL erzielte. Schiedsrichter Bahri Kurz zeigte drei Minuten Nachspielzeit an. Kurz vor deren Ablauf konnte Becker einen Gegenspieler erneut nur mit einem Foul stoppen. Man musste sich als Pfullinger fragen, wie ein Mann in so einer Situation alleine im Strafraum auftauchen konnte. Erneut behielt Hölz die Nerven und platzierte den Elfmeter unhaltbar im aus seiner Sicht linken unteren Eck. 3:3 hieß es am Ende, es war das erste Pfullinger Unentschieden, ein Punkt, den sich die Darmsheimer redlich verdienten.

 

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Lukas Linder sorgte mit seinen Toren für das 2:1 und 3:2 für den VfL. Am Ende sollte es nur zu einer Punkteteilung reichen.

Dank eines 4:1-Erfolges über die Sportfreunde Gechingen konnte der VfL Pfullingen die Tabellenspitze zurückerobern.

Im ersten Durchgang zeigten die Hausherren Fußball vom Feinsten und überrannten die überforderten Gäste förmlich. Nach dem Seitenwechsel und mit einem 4:0-Vorsprung im Rücken, ließen die Schützlinge von Michael Konietzny die Gechinger allerdings gewähren und ließen den Elan des ersten Durchgangs vermissen.

Der VfL knüpfte nahtlos an die Gute Leistung des Spiels in Tübingen an. Nach einer Hereingabe von Fatmir Karasalihovic bugsierte Stürmer Dominik Früh den Ball mit dem Oberkörper zum frühen 1:0 über die Linie (2.). Bei herbstlichen Temperaturen ließen die Hausherren nicht nach und nach 13 Minuten war es erneut Früh, der im Alleingang die Abwehr ausspielte und zum 2:0 einschob. Weitere Chancen schlossen sich an und der einzige Vorwurf, den man den spielstarken Pfullingern vielleicht machen konnte, war die Chancenauswertung. Nach einer halben Stunde fand ein mustergültiges Zuspiel von Matthias Dünkel erneut Dominik Früh, der zum 3:0 abschloss. Hattrick an diesem Nachmittag, Treffer Nummer 17 in der laufenden Runde. Nun durfte aber auch mal ein anderer ran. Lukas Früh flankt in den Strafraum, dort stand der aufgerückte Abwehrmann Markus Wagner und köpfte ein. Dieses 4:0 bedeutete auch den Halbzeitstand.

Im zweiten Durchgang spielten die Gäste nun wesentlich aktiver, liefen den Gegner früh an und kamen zu Möglichkeiten. Eine davon nutzte Bastian Bothner zum Anschlusstreffer (54.). Doch es bestand in der Folge kaum die Gefahr, dass das Spiel kippen könnte. In der Defensive standen die Hausherren recht sicher und mit fortschreitender Spieldauer kam das Team um Kapitän Patrick Lehmann wieder zu Möglichkeiten durch Matthias Dünkel und Lukas Linder, die aber erfolglos blieben. „Im zweiten Durchgang waren wir zu statisch und haben und schlecht in die Räume bewegt. Allerdings brauchen wir uns das Spiel angesichts der starken ersten Halbzeit nicht schlechtreden lassen“, meinte ein zufriedener Cheftrainer Michael Konietzny.

 

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Vor allem im ersten Durchgang hatten Chancen der Sportfreunde Seltenheitswert.

Nur zufriedene Gesichter waren beim VfL nach dem Abpfiff der 90 Minuten im schmucken Stadion des SV 03 Tübingen zu erkennen. „Das war unser bestes Spiel in dieser Saison“, urteilte Abteilungsleiter Sport Oliver Herdtner über den 4:0-Erfolg seiner Mannen in der Unistadt. In der Tat, vor allem im ersten Durchgang ließen die Pfullinger kaum Zweifel aufkommen, wer an diesem Tag die Punkte auf der Habenseite verbuchen darf. Zu dominant traten die Mannen um Kapitän Tobias Hauser auf, als dass man große Zweifel an ein anderes Ende hätte haben können.

Und dennoch, nach der frühen Führung für die Gäste, Matthias Kunst war nach einem von Christos Chatzimalousis getretenen Freistoß wieder einmal per Kopf zur Stelle (4.), wollte der beruhigende zweite Treffer nicht fallen und böse Erinnerungen an das Spiel gegen Mühlheim, in der ebenfalls nach eigener 1:0-Führung die Gäste das Spiel beinahe treten, wurden wach. Vor allem nach den ausgelassenen Möglichkeiten durch Matthias Dünkel, dem momentan das Pech an den Schuhen klebt, raufte sich der Pfullinger Anhang die Haare. Doch der VfL hatte die Partie und die gegnerischen Vorstöße jederzeit im Griff. Nur ein Mal wurde es gefährlich, als ein Schuss von Daniel Genuardi übers Lattenkreuz strich (36.). In der Schlussphase des ersten Durchgangs wurden dann die Weichen auf Sieg gestellt. Zunächst traf Patrick Lehmann im Nachschuss, zwei Minuten später fasste sich Christos Chatzimalousis ein Herz und hielt aus 20 Metern drauf. SV-Schlussmann Max Steinhilber wähnte den Ball übers Tor zu gehen, doch dieser dachte nicht dran und fiel plötzlich wie ein Stein in den Winkel. Damit war die Messe gelesen.

Die Tübinger Anstrengungen zu Beginn der zweiten Halbzeit, zumindest den Anschlusstreffer zu erzielen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Im Gegenteil: Lukas Linder nutzte den sich nun bietenden Platz auf der rechten Seite und seine Schnelligkeit, passte aus vollem Lauf in die Mitte, wo Dominik Früh heranrauschte und den Ball zum 0:4 über die Linie grätschte (56.) Sein 14. Tor in der laufenden Saison, nur in Ofterdingen hat er nicht getroffen. Apropos Ofterdingen: Trainer Michael Konietzny wollte vermeiden, dass sich sein Team ähnlich wie beim TSV den Schneid abkaufen lässt. Er gab ihnen offenbar das notwendige Rüstzeug dafür mit auf den Weg.

 

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Fatmir Karasalihovic und sein Team lieferten in Tübingen eine Spitzenleistung ab.

Ein mächtige Portion Glück hatte der VfL beim Last-Minute-Sieg über den VfL Mühlheim. Erst in der dritten Minute der Nachspielzeit gelang der umjubelte Siegtreffer gegen den tapferen Aufsteiger von der Donau. Mit zwei Kopfballtoren war Abwehrrecke Matthias Kunst der unbestrittene Mann des Tages.

Die Hausherren waren im ersten Durchgang ohne Zweifel das spielbestimmende Team. Die Gäste zogen sich tief in die eigene Hälfte zurück und legten ihr Hauptaugenmerk auf Defensivarbeit. Damit tat sich der Verbandsligaabsteiger schwer. Nicht sehr oft sollte es ihnen gelingen, den Abwehrrigel zu knacken. Nur wenn es schnell ging, drohte Gefahr für das Gehäuse von Robin Staiger. So nach einer Viertelstunde, allerdings war der finale Querpass von Matthias Dünkel zu Patrick Lehmann ein wenig zu ungenau. Also musste ein Standard her, der die Schützlinge von Michael Konietzny in Führung brachte. Den von Christos Chatzimalousis getretenen Freistoß köpfte Kunst zur Führung ein. Das Spiel kannte weiter nur eine Richtung, auch wenn sich in der Gefahrenzone recht wenig tat. So war die knappe Führung der Pfullinger zur Halbzeit hochverdient.

Dies änderte sich in Durchgang zwei recht schnell. Die Gäste nahmen nun wesentlich aktiver am Spiel teil und brachten die Hausherren plötzlich in Bedrängnis. Kai Stelter musste nach einem langen Ball im Fünfmeterraum für den Ausgleich nur den Fuß hinhalten (54.). Und es kam noch schlimmer. Nach einem Einwurf kam der Ball zu Philipp Wolf, der Tim Becker im Pfullinger Tor mit einem Schuss aus der Drehung keine Chance ließ. So wendeten die Mühlheimer das Blatt binnen zehn Minuten zu ihren Gunsten. Die Gastgeber brauchten eine Weile, um sich von diesem Schock zu erholen und es gab ob der dargebotenen Leistung wenig Anlass zur Hoffnung auf eine neuerliche Wende. Dann aber bediente der starke Markus Wagner mit einem überragenden Zuspiel über die Abwehr hinweg Dominik Früh, der einen Schritt schneller als der herausstürmende Torhüter am Ball war und zum Ausgleich abschloss (84.). Beide Seiten spielten nun auf Sieg. Zunächst versemmelten die Mühlheimer eine Hundertprozentige, dann scheiterte Matthias Dünkel nach dem schönsten Pfullinger Angriff des Nachmittags am Gästeschlussmann. Es lief bereits die vierte Minute der Nachspielzeit, als sich der eingewechselte Fatmir Karasalihovic den Ball zur Ecke zurechtlegte. Seine Hereingabe fand den Kopf von Kunst, der das Spielgerät gekonnt ins lange Eck beförderte. Die am Boden zerstörten Gäste konnten in den verbleibenden Minuten keine Antwort mehr finden. Unter dem Strich ein sehr glücklicher Heimsieg. Torschütze Dominik Früh meinte nach dem Abpfiff: Für ein gutes Spiel hätten wir auch nur drei Punkte bekommen.“ Wo er recht hat, hat er recht.

 

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Das 1:0 – Matthias Kunst köpft den Ball zur Pfullinger Führung ins Tor.

Versöhnlicher Abschluss der englischen Woche. Nach der deprimierenden Niederlage am Mittwoch konnte das Team beim FV 08 Rottweil Wiedergutmachung betrieben. Trainer Michael Konietzny ärgerte sich sehr über das verdiente 1:3 beim TSV Ofterdingen. Was ihn veranlasste, die Anfangsformation gleich auf fünf Positionen zu ändern. Das zeigte Wirkung, der Verbandsligaabsteiger übernahm bei den zuletzt arg gebeutelten Schwarzwälder das Kommando und kam zu Tormöglichkeiten. Eine von diesen nutze Lukas Früh nach Vorlage seines Bruders Dominik zur Führung (27). Der Torschütze bedankte sich artig bei seinem älteren Bruder und leistete für diesen die Vorarbeit zum zweiten Pfullinger Tor, das mit dem Pausenpfiff fiel. Dominik traf bereits zum zwölften Mal in der laufenden Spielzeit. „Das war heute ein Pflichtsieg gegen einen harmlosen Gegner als gutes Zeichen der Mannschaft, dass auch Niederlagen kein Beinbruch sind“, befand der Goalgetter nach der Partie.

Im zweiten Durchgang verwalteten die Konietzny-Schützlinge den Vorsprung. Dem Aufsteiger mangelte es an den richtigen Mitteln, um die Partie wieder spannend zu machen. Noch ein Mal konnten die Gäste jubeln. Ohne große Mühe köpfte Matthias Kunst nach vorausgegangener Ecke von Kevin Haußmann zum 0:3 ein (77.). Doch die Gastgeber wollten sich nicht gänzlich ohne eigene Spuren aus der Begegnung verabschieden. Marius Otte traf neun Minuten vor dem Abpfiff schließlich doch noch zum Anschlusstreffer, der zugleich den Endstand bedeutete. Dominik Früh war mit dem Ende nicht ganz zufrieden „Es ist ärgerlich, ein Gegentor von einem Gegner zu bekommen, der eigentlich gar nix wollte.“ Unter dem Strich bleiben jedoch drei wichtige Punkte und der Anschluss zur Tabellenspitze.

 

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Lukas Früh traf auf Vorlage seines Bruders Dominik zur Führung.