Es war der zehnte Elfmeter. Patrick Weiland, der schon in der regulären Spielzeit die vorübergehende Pfullinger Führung erzielte, tritt an und versenkt den Ball souverän im rechten unteren Eck aus der Sicht von TBK-Torhüter Christoph Schneck. Der anschließende Schlusspfiff des guten Schiedsrichters Manuel Digeser ging im lauten Jubel der Pfullinger Spieler und des Anhangs unter. Bis auf den ersten Strafstoß, den der Kirchentellinsfurter Kapitän Mauro la Forza an die Latte setzte, waren alle Schüsse vom Punkt unhaltbar für die beiden Torhüter. Somit setzten sich die Pfullinger 5:4 im Elfmeterschießen durch und ziehen erstmals in der 111-jährigen Geschichte der VfL-Fußballabteilung mit der zweiten Mannschaft in die Bezirksliga Alb ein.

Die 120 Minuten zuvor boten den 700 zahlenden Zuschauern unter dem Strich gute Fußballunterhaltung, auch wenn es hin und wieder zur einen oder anderen ereignislosen Phase kam. Die Partie lebte von der Spannung und dem Finalcharakter, was den Mannschaften durchaus anzumerken war. Dennoch kam es zu interessanten Strafraumsituationen und brauchbaren Abschlüssen. Der spektakulärste auf Pfullinger Seite in den ersten 45 Minuten war ein Freistoß von Rafael Robertazzi in der Nachspielzeit, der gegen die Latte klatschte.

Patrick Weiland hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit mit einem Kopfball die Möglichkeit zur Führung knapp verpasst, in der 55. Minute war es dann aber soweit. Christopher Scheufen eroberte den Ball im Mittelfeld, Markus Wagner trieb diesen schnell nach vorn und passte auf rechts zu Julian Welsch, der in der Mitte Weiland bediente, der den Ball aus kurzer Entfernung zum 1:0 einschob. Und hätte nach einer Stunde Spielzeit TBK-Keeper Schneck einen Schuss von Wagner nicht reaktionsschnell zur Ecke abgewehrt, hätte es das schon gewesen sein können. Stattdessen war es auf der anderen Seite ausgerechnet Ex-VfLer Sven Niebiosa, der mit einem sehenswerten Heber den 1:1-Ausgleich für den Bezirksligisten erzielte (67.). Nach und nach ließen nun die Kräfte auf beide Seiten nach, was sich in Krämpfen bei den Spielern widerspiegelte. Chancen waren hüben wie drüber noch zu verzeichnen, so versprang beispielsweise Weiland in der 99. Minute in aussichtsreicher Position der Ball, dennoch blieb es beim leistungsgerechten 1:1 nach 120 aufreibenden Minuten. Der Rest ist Geschichte.

 

Rele3

Der Sekt und das Bier flossen nach dem Abpfiff in Strömen bei den Kickern des VfL II.