Nach zuletzt drei zum Teil sehr deutlichen Schlappen konnte der VfL II endlich wieder in einem Prestigeduell gegen den Nachbarn TSV Eningen triumphieren. Der Lohn für diese Leistung ist jedoch bei weitem wertvoller. Drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenverbleib.

Alle fünf Treffer in diesem Derby im schmucken Sportgelände an der Echaz fielen im ersten Durchgang. Dabei ging der VfL II nach einer Viertelstunde durch Hannes Haag in Führung, der nach 26 Minuten auch für das 1:2 sorgte. Doch die Hausherren hielten dagegen. Christian Maier und Spielertrainer Felix Krasser glichen jeweils aus. Vorausgegangen waren beiden Treffern eine Standardsituation. Noch vor der Halbzeit hatten die Kluge-Schützlinge wieder die Nase vorn. Kurz vor dem Halbzeitpfiff war Immanuel Baur für die zweite Garnitur erfolgreich.

Die Hausherren erhöhten das Tempo im zweiten Durchgang, fanden aber spielerisch kaum eine Lösung, um das dritte Mal ausgleichen zu können. Lediglich die Standards des TSV bargen eine gewisse Gefahr. In der Schlussphase verpassten es die Mannen um Kapitän Rafael Robertazzi, frühzeitig für die Entscheidung zu sorgen. „Es war eine klasse Mannschaftsleistung“, befand der Spielführer. „Allerdings hätten wir den Sack früher zumachen müssen.“ Die verpassten Gelegenheiten dürfte er anhand des Endstands verschmerzen können.

 

STBL22

Immanuel Baur gelang mit dem Halbzeitpfiff der Siegtreffer in Eningen.

Im Duell zweier abstiegsbedrohten Mannschaften konnte sich der VfL II gegen den Nachbarn aus Genkingen etwas Luft verschaffen. Es war der erste dreifache Erfolg der Schützlinge von Jörg Kluge in diesem Jahr.

Den besseren Start erwischten die Gäste. Bereits nach zwei Minuten nutzte Daniel Saur die offensichtliche Schläfrigkeit der Pfullinger Youngster bei diesem Frühschoppenspiel zur Führung. „nach einem solch frühen Gegentor ist man natürlich erst einmal geschockt“, gab Kluge zu. Doch seine Jungs schüttelten die Müdigkeit allmählich aus den Knochen und hielten dagegen. Nach einer weiten Flanke von Ahmed Allaham traf Manuel Elting den Ball zwar nicht richtig, aber dennoch so geschickt, dass er den Weg zum 1:1 über die Line fand (11.). Zwar war im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs noch vieles Stückwerk, doch der Ball zirkulierte nun wesentlich besser durch die Pfullinger Reihen.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs war nun der TSV um Trainer Markus Leuthe, in früheren Tagen Kapitän der Pfullinger Landesligamannschaft, wieder öfter vor dem Strafraum der Gastgeber anzutreffen. Doch die entscheidende Idee wollte den Genkingern einfach nicht einfallen. Mit fortschreitender Spieldauer übernahm Pfullingens zweite Mannschaft wieder das Kommando und näherte sich dem Gästetor mehr und mehr an. Schließlich war es dann soweit. Hannes Haag schloss einen schönen Angriff zur Führung des VfL II ab (70.). Acht Minuten später legte Pfullingen vom Elfmeterpunkt nach. Felix Häußler traf nach einem Foul an Julian Welsch sicher zum 3:1. Nun war die Messe gelesen, die eingewechselten Nick Ebert und Patrick Weiland hätten das Ergebnis sogar noch deutlicher gestalten können.

 

STBL21

Die recht zahlreichen Zuschauer sahen ein kämpferisches, aber nie unfaires Frühschoppenspiel mit einem verdienten Sieg der Hausherren.

Wie im Hinspiel musste sich Pfullingens zweite Garnitur gegen den Aufstiegsaspiranten Young Boys Reutlingen mit 1:4 (0:2) geschlagen geben: War es in der Hinrunde eine deutliche Sache, konnte die junge Pfullinger Elf dieses Mal zumindest spielerisch über weite Strecken mithalten.

Regen, der angesichts des starken Windes fast waagerecht daherkam, machte es den Akteuren nicht leicht, zu einem kontrollierten Spiel zu finden. Die Gäste vom Ringelbach kamen schneller mit den widrigen Bedingungen zurecht und starteten mit Windunterstützung ihre Gegenstöße. Das 0:1 fiel dann allerdings nach einer Ecke. Pfullingens Hintermannschaft brachte den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Qlirim Zekaj schaltete am schnellsten und wuchtete den Ball über die Linie (32.). Noch vor dem Pausenpfiff des souveränen Schiedsrichters Robert Todt erhöhte Haitham Obeyapwa nach einem schnell vorgetragenen Angriff zum 0:2.

Mit dem Wind im Rücken trauten sich die Schützlinge von Trainer Jörg Kluge plötzlich mehr zu und bestimmten zunehmend das Geschehen im Volksbank-Stadion. Wieder einmal war es ein langer Einwurf von Julian Welsch, der zum Anschlusstreffer führte. Hannes Haag war zur stelle und markierte das 1:2 (56.). Dieser treffer beflügelte den VfL II noch mehr, die Young Boys sahen sich zu massiver Abwehrarbeit gezwungen. Beinahe wäre der Ausgleich gefallen, nach einem tollen Angriff traf Yannik Kynast allerdings nur den Pfosten (66.). Die Strafe für diese Nachlässigkeit folgte prompt. Erneut klärte Pfullingens Hintermannschaft nicht konsequent genug, was wiederum Obeyapwa mit einem trockenen Schuss ins lange Eck bestrafte (71.) Die Gastgeber dachten allerdings nicht ans Aufgeben und stürmten weiter nach vorne, Sven Packert und Maximilian Mez hatten jeweils mit Kopfbällen Pech. Den Schlusspunkt setzte dann Reutlingens Goalgetter Panagiotidis Nakos, der, nachdem er Minuten zuvor die Latte getroffen hatte, seinem prall gefüllten Torekonto einen weiteren Treffer hinzufügen konnte (87.). „Die Young Boys waren abgezockter, ruhiger und abgeklärter“, fasste VfL-Coach Kluge zusammen. Man könnte auch sagen: Erfahrung schlägt Jugend.

 

STBL19

Hannes Haag (re.) traf ins Schwarze, Yannik Kynast verpasste mit einem Pfostenschuss das 2:2.

Mit 2:6 kam der VfL II beim SV Croatia Reutlingen unter die Räder. Dabei waren die Youngster von Jörg Kluge bis zur Schlussviertelstunde durchaus ein ebenbürtiger Gegner, hatten dem Croatia-Express dann aber nichts mehr entgegen zu setzen.

Frech und motiviert ging der VfL in die Partie und verzeichnete die ersten Chancen. Das 0:1 nach einer knappen halben Stunde durch Maximilian Mez, vorausgegangen war wieder einmal ein Einwurf von Julian Welsch, war somit nicht sehr überraschend. Mez hatte sogar den zweiten Treffer auf den Fuß, sein Lupfer wurde im letzten Moment von einem Abwehrspieler von der Linie gekratzt.

Nur drei Minuten nach dem Wiederanpfiff kamen die Hausherren zum Ausgleich. Ein Freistoß von Mario Nikolovski an den Weg an Freund und Feind ins Tor, Florian Hekele im Pfullinger Gehäuse war ohne Abwehrchance. Der SV legte nach, erneut Nikolovski drehte nur neun Minuten später die Partie. Doch Pfullingens zweite Garnitur wollte sich (noch) nicht in ihr Schicksal fügen. Ahmad Allaham wurde im Strafraum gelegt, Felix Häußler ließ dem erfahrenen Denis Grgic im Tor der Kroaten keine Abwehrchanche (63.). Doch die Reutlinger hatten Lunte gerochen und profitierten nun vom Nachlassen der Kräfte und Konzentration auf Pfullinger Seite. Ante Galic erhöhte auf 3:2. Waren die Hoffnungen der Kluge-Schützlinge bis zur 80. Minute noch Hoffnung auf eine Überraschung, ging diese in den letzten zehn Minuten völlig flöten. Galic mit Treffer Nummer zwei, Vincenzo Giambrone und Kevin Nicolaci schraubten das Ergebnis auf 6:2

Die erste Halbzeit sah ganz gut aus, spielerisch wie taktisch“, befand Kluge. „Das frühe 1:1 in Durchgang zwei war dann kontraproduktiv. Danach merkte man oft unsere Unerfahrenheit.“

 

STBL20

Viel Arbeit wartete auf die Hintermannschaft vor allem im zweiten Durchgang.

Pfullingens zweite Garnitur startete mit einem Punktgewinn ins neue Jahr. Beim SV Pfrondorf, der im Hinspiel mit 4:2 am Jahnhaus triumphierte, holte das junge Team um Trainer Jörg Kluge einen verdienten Zähler. Gerade einmal 20,7 Jahre betrug das Durchschnittsalter der VfL-Akteure, die mit vier Spielern des Jahrgangs 2000 in die Partie gingen.

In einer windbedingt zerfahrenen ersten Halbzeit gingen die Hausherren nach 24 Minuten durch Ferdinand Schwarz in Führung. Der VfL hatte Schwierigkeiten, gegen die körperlich überlegenen Pfrondorfer ihr Kurzpassspiel aufzuziehen. Mit Beginn der zweiten Halbzeit kamen die Schützlinge von Jörg Kluge besser ins Spiel und übernahmen mehr und mehr die Kontrolle. Lohn der Mühe war das 1:1 durch Tobias Steiner nach einem Standard. Doch die Hausherren schlugen eiskalt zurück und legten durch Lukas Wittlinger wieder einen Treffer vor. Die Gäste zeigten sich unbeirrt und drückten auf den Ausgleich, hatten allerdings das Glück, dass der Ball nach einer Konterchance knapp am Tor des schon geschlagenen Martin Welsch vorbeitrudelte. Nach schöner Kombination über Julian Welsch und Yannick Kynast vollendete Ahmad Allaham acht Minuten vor dem Ende zum verdienten 2:2-Ausgleich. Sogar ein Auswärtssieg wäre am Ende möglich gewesen, Allaham scheiterte jedoch am Pfosten.

Im Viertelfinale des Bezirkspokals treffen beide Teams erneut aufeinander. Gespielt wird am Mittwoch, 03. April in Pfullingen.

 

STBL18

Trainer Jörg Kluge (re.) und sein „Co“ Patrick Weiland können mit dem Punkt in Pfrondorf gut leben.