Wenn am Freitag unter dem neuen LED-Flutlicht des Pfullinger Volksbank-Stadions zum vorgezogenen Kellerduell des zehnten Spieltages zwischen dem VfL Pfullingen U23 und dem TSV Sickenhausen kommt, trifft mit dem Sickenhäusener Co-Trainer Dominik Grauer ein alter Bekannter auf seine früheren Vereinskameraden. Der 30-jährige Vollblutstürmer war für den VfL in der Landes- und Verbandsliga aktiv und schoss in 85 Einsätzen stolze 61 Tore.

Doch dürfte für Grauer das Schwelgen in Erinnerungen erst nach dem Schlusspfiff am Freitagabend wieder in Frage kommen. Schließlich benötigt der TSV im Kampf um den Klassenverbleib jeden Punkt. Nach bislang drei Unentschieden konnte am vergangenen Wochenende mit einem überraschenden 3:1 gegen den TSV Dettingen/Erms der erste Saisonsieg eingefahren werden. Grauer gelang dabei sein sechster Saisontreffer. „Endlich haben wir mal umgesetzt, was Trainer Walter Mayer wollte. Entsprechend gut war die Stimmung nach Schlusspfiff“, atmet der spielende Co-Trainer durch. Dennoch hängt die rote Laterne nach wie vor im Sportheim des TSV Sickenhausen.

Auch für die U23 des VfL ist dieses Spiel richtungweisend. Nach einem miserablen Rundenstart konnten unter dem neuen Trainer Ralf Luik immerhin die beiden vergangenen Spiele gewonnen werden, zuletzt wurden beim 3:1 in Hirrlingen sogar die ersten Auswärtspunkte eingefahren. Mit nunmehr zehn Zähler liegt das Team um Kapitän Immanuel Baur auf dem zwölften Rang.

In der vergangenen Saison konnten die Pfullinger beide Punktspiele gegen Sickenhausen mit 3:0 für sich entscheiden. Grauer: „Das spielt heute keine Rolle mehr. Es wird ohnehin ein schweres Spiel. Für mich doppelt, da mir der VfL nach wie vor am Herzen liegt. Doch das blende ich am Freitag natürlich für neunzig Minuten aus.“ Der Co-Trainer schlüpft dabei in die Rolle des Kommandogebers, da Coach Mayer verhindert ist.

Beide Mannschaften konnten den Abwärtstrend vorerst also stoppen. Umso wichtiger ist ein Erfolgserlebnis, wenn am Freitag um 19.30 Uhr die Partie am Jahnhaus angepfiffen wird. „Egal, wie es ausgeht. Nach dem Spiel trinken wir ein Bier gemeinsam, dann passt es wieder“, freut sich der junge Familienvater auf das Wiedersehen mit den alten Sportkameraden.

 

Vorschau Sickenhausen

Dominik Grauer: Ein Wiedersehen unter Freunden, dennoch steht für beide Teams der sportliche Erfolg im Vordergrund.

Pfullingens sportlicher Leiter Jörg Kluge ließ nach dem Rücktritt von U23-Trainer Kim Laudage am vergangenen Samstag nicht viel Zeit verstreichen und informierte am Dienstagabend die Spieler des Bezirksligisten über die Nachfolgeregelung. Ralf Luik wird ab sofort die sportlichen Geschicke der zweiten Aktivenmannschaft der VfL-Fußballer übernehmen. Der 48-Järige trainierte zuletzt zwei Jahre lang den SV Zainingen, wo er nach der Niederlage in der Bezirksligarelegation gegen die TSG Upfingen zurücktrat.

„Es ist alles sehr schnell gegangen“, berichtet Luik über die Gespräche mit Kluge. „Ich freue mich auf die gleichermaßen interessante wie schwere Aufgabe. Ich möchte als Mitglied des VfL-Teams meinen Teil dazu beitragen, dass es wieder aufwärts geht.“ Am Sonntag trifft die U23 im heimischen Sport- und Freizeitpark auf den Landesligaabsteiger TSV Ofterdingen.

 

Verpflichtung Luik

Ralf Luik übernimmt ab sofort die U23 des VfL Pfullingen. Foto: FuPa Alb

Vier Tore von Oldie Robin Kittelberger bescheren der U23 des VfL Pfullingen den Einzug in die Runde der letzten 16 des Bezirkspokals. Mit 4:3 (2:1) schlugen die Schützlinge von Kim Laudage den stark in die Punkterunde gestarteten TV Derendingen.

In einem flotten Pokalspiel gingen die Hausherren nach 24 Minuten in Führung. Maurizio Laureti erkämpfte sich den Ball und passte das Spielgerät umgehend auf Kittelberger. Dieser umkurvte TV-Schlussmann Lukas Hildenbrand und köpfte zur Führung ein. Nach gut einer halben Stunde bewies auf der anderen Seite Tim Steinhilber seine Torgefährlichkeit und glich mit einem Schuss ins lange Eck aus. Kurz vor dem Halbzeitpfiff war wieder der VfL am Drücker. Lauretis butterweiche Flanke von der Grundlinie fand am langen Posten den Kopf von Kittelberger – 2:1.

Nach dem Seitenwechsel zogen die Schönbergkicker auf 4:1 davon. Zunächst traf der 31-jährige Angreifer im Nachschuss, nachdem Hildenbrand einen von Sven Packer getretenen Freistoß nicht festhalten konnte. Nur zwei Zeigerumdrehungen später nutzte Kittelberger ein kluges Zuspiel von Ahmad Allaham. Der Dritte der aktuellen Bezirksligatabelle gab allerdings nicht auf. Armand Ligouis (67.) und Benjamin Klett (85.) verkürzten auf 4:3. Doch der finale Sturmlauf in den Schlussminuten blieb aus und der VfL schaukelte die knappe Führung über die Zeit.

 

Pokal Derendingen

Lass Dich drücken: Robin Kittelberger (re.) bedankt sich bei Maurizio Laureti für dessen Vorarbeit zum 1:0.

Die Pokalgeschichte des VfL wurde erneut nur um ein kurzes Kapitelchen fortgeschrieben. In der zweiten Runde des DB Regio-wfv-Pokals war bei der Spvvg Holzgerlingen Schluss. Dabei bot die Partie auf dem kleinen Holzgerlinger Kunstrasen alles, was ein Ko-Wettbewerb zu bieten hat. Tore en masse, wechselnde Führungen, Dramatik und Leidenschaft. Dass die Pfullinger beim 4:5 (1:2; 3:3) nach Verlängerung nicht das bessere Ende für sich hatten, müssen sie sich zu einem großen Teil selbst zuschreiben.

Die beengten Platzverhältnisse verziehen Fehler im Spielaufbau nur selten. Hüben wie drüben schalteten die Teams nach Balleroberung schnell um und das Spiel kannte nur noch eine Richtung: so schnell wie möglich vors gegnerische Tor. Erstmals erfolgreich war diese Vorgehensweise nach 17 Minuten. Florian Heß lupfte den Ball über den zu früh aus seinem Tor stürmenden VfL-Schlussmann Martin Welsch ins lange Eck. Nur vier Minuten später bereitete Lukas Linder vor und Heiko Schall glich via Innenpfosten aus. Weiter ging das Spiel hin und her, beide Seiten spielten mit offenem Visier. Ein Ballverlust von Kapitän Patrick Lehmann läutete das 2:1 ein. Wieder machte Welsch beim Schuss von Julian Rubin keine gute Figur (42.).

Trainer Michael Konietzny reagierte und brachte Valon Dodaj für Lukas Früh. Die richtige Entscheidung, denn nach erneuter Vorarbeit von Linder musste der Neuzugang nur noch den Ball zum neuerlichen Ausgleich über die Linie befördern (51.). Und weiter ging das muntere Toreschießen. Patrick Orifiamma hieß der Schütze des 3:2, nachdem seine Mitspieler zuvor nahezu unbedrängt über die rechte Seite durchlaufen konnten. Wieder war die Freude auf Holzgerlinger Seite nur von kurzer Dauer. Yasin Yilmaz schickte den pfeilschnellen Matthias Dünkel, der mit einem Schlenzer ins lange Eck zum 3:3 traf. Dünkel war auch kurze Zeit später im Mittelpunkt des Geschehens. Nach einem Gemenge schubste er Alex Thies um, der zuvor nach einer rüden Attacke an Schall verwarnt wurde. Dünkel sah rot, Thies musste nach der Ampelkarte ebenfalls vom Platz (78.). Bis zum Ende der regulären Spielzeit sollte nichts Entscheidendes mehr passieren.

In der Verlängerung brachte dann der eingewechselte Fatih Karasalihovic den Verbandsligisten erstmals in Führung, wiederum mit freundlicher Unterstützung des Innenpfostens. Kevin Haußmann, ebenfalls ins Spiel genommen, zeigte bei der Vorbereitung des Treffers seine ganze Klasse. Doch der Traum, die Partie gedreht zu haben, währte nur kurz. Nach einer Ecke war erneut Orifiamma zur Stelle und köpfte zum 4:4 ein (101.). Es kam noch schlimmer für den VfL.. Yilmaz, ansonsten einer der besten Pfullinger, vertendelte den Ball an der Mittellinie. Zwei Holzgerlinger gingen auf und davon, einer davon hieß Patrick Orifiamma, der sich die Chance zu seinem dritten Tor des Pokalabends nicht nehmen ließ. 5:4 nach 108 Minuten. Von diesem neuerlichen Genickschlag erholte sich der VfL nicht mehr.

 

Pokal Holzgerlingen

Matthias Dünkel war der tragische Pfullinger Held. Er traf zum 3:3, musste aber kurze Zeit später mit rot vom Platz.