Es war für die Kicker des VfL ein ganz besonderes Spiel. Sich gegen einen Bundesligisten in einem Pflichtspiel zu messen, diese Gelegenheit gibt es sicherlich nicht oft in der Karriere eines Jugendfußballers. Die Kulisse im Stadion am Schönberg war entsprechend, um die 450 Zuschauer begleiteten die Pfullinger U19 bei der Partie gegen den VfB Stuttgart.

Und obwohl die Cannstatter nicht mit ihrer Bestbesetzung antraten, nach dem Punktspiel am vergangenen Samstag gegen die Bayern (0:2) folgt am Wochenende im DFB-Pokal erneut ein Aufeinandertreffen mit den Münchnern, war ziemlich schnell klar, dass an diesem Tage eine Überraschung meilenweit entfernt liegt. Die Stuttgarter erwiesen sich als eine Klasse für sich, die tapferen Hausherren zeigten viel Respekt und Nervosität. Erst, als es schon 0:2 stand, konnte der VfL etwas besser dagegen und den VfB vom eigenen Tor entfernt halten. Zaghafte Angriffsbemühungen der Jungs um Kapitän Sven Packert wurden allerdings schon im Keim erstickt. Berichterstatter Julian Eisele beschrieb das Geschehen auf dem Rasen: „Wir agierten vor allem mit langen Bällen, welche aber meist nicht ankamen, da der VfB sowohl hinten als auch vorne stark spielte.“ Noch vor dem Halbzeitpfiff legten die Gäste wieder einen Gang zu und erhöhten auf 0:3.

Nach dem Seitenwechsel, beide Mannschaften nahmen einige personelle Änderungen vor, verlagerte sich das Geschehen noch mehr in Pfullingens Hälfte. Schnell stand es 0:6. Doch dann hatten die Pfullinger einen seltenen Moment im gegnerischen Strafraum. Nach dem Handelfmeterpfiff des guten Schiedsrichters Denis Bisaki schnappte sich Packert den Ball und verwandelte sicher zum 1:6. Dies war exakt der Endstand der gleichen Pokalpaarung im Jahre 2006, als der VfL um Kapitän Felix Krasser ausschied. Doch im Jahr 2018 sollte es deutlich schlimmer kommen. Denn die Gäste hatten noch nicht genug und legten weitere fünf Treffer nach. „Gegen Ende schenkten wir uns dann die Tore schon fast selber ein“, befand Eisele, gab sich dann aber versöhnlich: „Es war trotzdem ein schönes Erlebnis, gegen den VfB Stuttgart zu spielen. Aber jetzt liegt der Fokus auf dem Spiel gegen die TSG Ehingen am Sonntag.“

 

U19 Pokal02

Finn Reimold und seine Teamkameraden mussten der Stuttgarter Übermacht Tribut zollen.