Wer hätte es vor wenigen Wochen gedacht, dass die U19-Verbandsstaffelpartie zwischen dem VfL Pfullingen und der TSG Balingen das absolute Topspiel des sechsten Spieltages wird? Sicherlich konnte man die TSG Balingen, den Vizemeister des vergangenen Jahres mit stetigem Drang nach oben, auf der vorderen Position erwarten. Dass aber Pfullingens A-Junioren punktgleich mit der TSG auf Rang zwei stehen, hatten wohl selbst die größten Optimisten am Jahnhaus nicht erwartet.

Sicherlich, der aktuelle Kader ist mit der Mischung aus erfahrenen Spielern des älteren Jahrgangs (wenn man im Jugendbereich überhaupt von „erfahren“ sprechen kann) und einer nachrückenden Garde des Überraschungszweiten der B-Juniorenverbandsstaffel 2017/2018 gut ausgestattet. Dennoch war es quasi althergebrachte Tradition, dass der Rundenstart der U19 des VfL miserabel verläuft und sich das Team am anderen Ende der Tabelle wiederfindet.

Nicht so in dieser Spielzeit. Fünf Siege aus fünf Partien sprechen eine deutliche Sprache. Die Youngsters von Marco Knoll und Thorsten Fock waren dabei auch in der Lage, knappe Spiele für sich zu entscheiden und Rückstände umzubiegen. „Mit diesem hervorragenden Start war so nicht zu rechnen,“ gibt Knoll freimütig zu. „Aber somit haben wir uns das absolute Topspiel in der Liga erarbeitet und verdient.“

Der Gast aus Balingen kann dieselbe Punkteausbeute (15) und ein besseres Torverhältnis vorweisen. Während der VfL ein Torekonto von 14:3 hat, kommt die TSG bereits auf 25:7 Treffer. Dies spricht für eine spielstarke Truppe. Knoll zollt dem Gegner großen Respekt: „Wir wissen um die hohe Qualität der Balinger Mannschaft, sie ist der absolute Meisterfavorit.“ Dennoch sieht er sein Team um Sven Packert, Fabian Dillmann und Co. nicht chancenlos: „Wir werden uns im Training auf den Gegner einstellen und uns auf keinen Fall verstecken.“

Anpfiff ist am Sonntagmorgen um 10.30 Uhr. Über viele Zuschauer würden sich beide Teams sehr freuen.

 

Vorschau A Junioren1

Hoch her wird es im Topspiel hoffentlich auch gehen.

Es war für die Kicker des VfL ein ganz besonderes Spiel. Sich gegen einen Bundesligisten in einem Pflichtspiel zu messen, diese Gelegenheit gibt es sicherlich nicht oft in der Karriere eines Jugendfußballers. Die Kulisse im Stadion am Schönberg war entsprechend, um die 450 Zuschauer begleiteten die Pfullinger U19 bei der Partie gegen den VfB Stuttgart.

Und obwohl die Cannstatter nicht mit ihrer Bestbesetzung antraten, nach dem Punktspiel am vergangenen Samstag gegen die Bayern (0:2) folgt am Wochenende im DFB-Pokal erneut ein Aufeinandertreffen mit den Münchnern, war ziemlich schnell klar, dass an diesem Tage eine Überraschung meilenweit entfernt liegt. Die Stuttgarter erwiesen sich als eine Klasse für sich, die tapferen Hausherren zeigten viel Respekt und Nervosität. Erst, als es schon 0:2 stand, konnte der VfL etwas besser dagegen und den VfB vom eigenen Tor entfernt halten. Zaghafte Angriffsbemühungen der Jungs um Kapitän Sven Packert wurden allerdings schon im Keim erstickt. Berichterstatter Julian Eisele beschrieb das Geschehen auf dem Rasen: „Wir agierten vor allem mit langen Bällen, welche aber meist nicht ankamen, da der VfB sowohl hinten als auch vorne stark spielte.“ Noch vor dem Halbzeitpfiff legten die Gäste wieder einen Gang zu und erhöhten auf 0:3.

Nach dem Seitenwechsel, beide Mannschaften nahmen einige personelle Änderungen vor, verlagerte sich das Geschehen noch mehr in Pfullingens Hälfte. Schnell stand es 0:6. Doch dann hatten die Pfullinger einen seltenen Moment im gegnerischen Strafraum. Nach dem Handelfmeterpfiff des guten Schiedsrichters Denis Bisaki schnappte sich Packert den Ball und verwandelte sicher zum 1:6. Dies war exakt der Endstand der gleichen Pokalpaarung im Jahre 2006, als der VfL um Kapitän Felix Krasser ausschied. Doch im Jahr 2018 sollte es deutlich schlimmer kommen. Denn die Gäste hatten noch nicht genug und legten weitere fünf Treffer nach. „Gegen Ende schenkten wir uns dann die Tore schon fast selber ein“, befand Eisele, gab sich dann aber versöhnlich: „Es war trotzdem ein schönes Erlebnis, gegen den VfB Stuttgart zu spielen. Aber jetzt liegt der Fokus auf dem Spiel gegen die TSG Ehingen am Sonntag.“

 

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Finn Reimold und seine Teamkameraden mussten der Stuttgarter Übermacht Tribut zollen.

Highlight, Sahnehäubchen, Belohnung für das Geleistete – diese Zusatzschicht nehmen die A-Junioren des VfL gerne in Kauf, wenn am Mittwochmorgen um 11 Uhr das Achtelfinale des ADAC-Verbandspokals angepfiffen wird. Schließlich hat man in seiner Juniorenkarriere nicht oft die Gelegenheit, sich in einem Pflichtspiel mit einer Bundesligajuniorenmannschaft derselben Altersklasse zu messen. Wer weiß, wer von den Gegenspielern den Sprung in den Profibereich schafft?

Auch für Trainer Thorsten Fock ist diese Partie etwas Besonderes: „Es ist natürlich ein Riesenerlebnis für die Jungs, was sie sich aufgrund der Leistung in den vorausgegangenen Runden völlig verdient haben. In diesem Spiel heißt es Erlebnis vor Ergebnis, was aber nicht bedeuten soll, dass wir uns abschießen lassen wollen. Wir werden so gut wie möglich dagegenhalten und dann schauen wir mal. Ich hoffe, dass einige Zuschauer kommen, was die tolle Sache abrunden würde.“ Kapitän Sven Packert fiebert dem Pokalspiel ebenfalls entgegen: „Auch wenn die Favoritenrolle klar verteilt ist, rechnen wir uns mit der Unterstützung der Zuschauer eine kleine Außenseiterchance aus.“

Die Pfullinger U19 hat sich durch Siege gegen die Verbandsstaffelkonkurrenten der Young Boys Reutlingen (3:0) sowie des FV Ravensburg (4:2) das Achtelfinale verdient. Der VfL war somit eine von sieben Verbandsstaffelmannschaften, zu denen sich nun die neun überverbandlich spielenden wfv-Vereine (u.a. Nachbar SSV Reutlingen) gesellen. Diese spielen nun die verbleibenden acht Teams im Wettbewerb aus. Die Stuttgarter verloren am Wochenende das Punktheimspiel gegen den FC Bayern München mit 0:2, der VfL besiegte am Sonntag Vorjahresmeister SV Zimmern mit 3:0.

Schon einmal traf der VfL auf das Team aus der Landeshauptstadt. Am 04. April 2006 behielt der VfB mit 6:1 die Oberhand, wobei der Reutlinger Generalanzeiger den Schützlingen von Peter Rigöl bescheinigte, dass die Höhe der Niederlage über „das Leistungsvermögen der Echaztäler hinwegtäuscht.“ Mit von der Partie war im Pfullinger Team um Kapitän Felix Krasser ein gewisser Sven Schipplock, dessen Talent schon damals keinem Kenner der Materie verborgen blieb. Auch Patrick Weiland, heute noch in Bezirksligadiensten des Vereins, gehörte zur Auswahl ebenso wie Rogerio Carneiro, der den Ehrentreffer markierte.

 

Vorschau Pokal VfB

Sven Schipplock war beim letzten Aufeinandertreffen beider Teams im Jahr 2006 ein Pfullinger Protagonist.

Nach dem optimalen Rundenstart mit jeweils drei Siegen stehen die A- und B-Junioren in den Verbandsstaffeln am Sonntag vor schweren Aufgaben. Während die U19 zu Hause den Vorjahresmeister SV Zimmern empfängt, muss die U17 beim Topfavoriten SSV Reutlingen bestehen.

U19: VfL Pfullingen – SV Zimmern o.R. (So., 30.09., 13.00 Uhr)

Mit fünf Siegen in fünf Pflichtspielen können die A-Junioren eine historisch gute Auftaktbilanz vorweisen. Während in der Punkterunde die Maximalausbeute von neun Zählern zu Buche steht, wird der VfL im wfv-Pokal mit einem Heimspiel gegen den Bundesligisten VfB Stuttgart für das Weiterkommen belohnt. Doch diese Partie am Tag der Deutschen Einheit müssen die Jungs von Marco Knoll und Thorsten Fock am Sonntag aus den Köpfen bekommen, wenn es gegen den SV Zimmern geht. Dieser ist mit bislang vier Punkten zwar noch nicht bei seiner maximalen Leistungsfähigkeit angelangt, darf jedoch keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden.

„Wir erwarten einen starken SV Zimmern mit einer ziemlich neuen Truppe. Wir werden alles geben, um den sechsten Sieg der Saison einzufahren“, kündigt Stürmer Marvin Krüger an. Zugleich warnt er: „Das geht allerdings nicht von alleine. Wir müssen dennoch Vollgas geben!“

U17: SSV Reutlingen – VfL Pfullingen (So., 30.09., 11.00 Uhr)

Die B-Junioren hatten nach der überraschenden Vizemeisterschaft in der vergangenen Spielzeit die Ziele für die laufende Saison deutlich nach unten geschraubt. Eine für Juniorenteams nicht unübliche Fluktuation innerhalb des Mannschaftskaders ließ die Verantwortlichen deutlich kleinere Brötchen backen. Der Klassenverbleib wurde als Vorgabe ausgegeben, wobei natürlich die Maxime „je früher, umso besser“ gilt. Doch die Jungs von Trainer Philipp Staneker, der erst kurz vor dem Start der Vorbereitung das sportliche Sagen übernommen hat, straften die Kritiker bislang Lügen. Neun Punkte und 12 zu 4 Tore bedeuten momentan Rang zwei hinter dem SSV Reutlingen.

„Nach dem Pokalspiel haben wir trotz der Niederlage gemerkt, dass, wenn wir als Team arbeiten und funktionieren, auf diesem Niveau mithalten können“, erklärt Staneker den sensationellen Rundenstart. „Als Krönung folgt nun das Derby gegen den SSV, auf das wir schon sehr heiß sind und in dem wir aufgrund unserer Situation befreit aufspielen können.“

 

Vorschau AB Junioren

A-Junior Elias Lachenmann möchte am Sonntag sein viertes Saisontor folgen lassen.