Pfullingens sportlicher Leiter Jörg Kluge ließ nach dem Rücktritt von U23-Trainer Kim Laudage am vergangenen Samstag nicht viel Zeit verstreichen und informierte am Dienstagabend die Spieler des Bezirksligisten über die Nachfolgeregelung. Ralf Luik wird ab sofort die sportlichen Geschicke der zweiten Aktivenmannschaft der VfL-Fußballer übernehmen. Der 48-Järige trainierte zuletzt zwei Jahre lang den SV Zainingen, wo er nach der Niederlage in der Bezirksligarelegation gegen die TSG Upfingen zurücktrat.

„Es ist alles sehr schnell gegangen“, berichtet Luik über die Gespräche mit Kluge. „Ich freue mich auf die gleichermaßen interessante wie schwere Aufgabe. Ich möchte als Mitglied des VfL-Teams meinen Teil dazu beitragen, dass es wieder aufwärts geht.“ Am Sonntag trifft die U23 im heimischen Sport- und Freizeitpark auf den Landesligaabsteiger TSV Ofterdingen.

 

Verpflichtung Luik

Ralf Luik übernimmt ab sofort die U23 des VfL Pfullingen. Foto: FuPa Alb

Vier Tore von Oldie Robin Kittelberger bescheren der U23 des VfL Pfullingen den Einzug in die Runde der letzten 16 des Bezirkspokals. Mit 4:3 (2:1) schlugen die Schützlinge von Kim Laudage den stark in die Punkterunde gestarteten TV Derendingen.

In einem flotten Pokalspiel gingen die Hausherren nach 24 Minuten in Führung. Maurizio Laureti erkämpfte sich den Ball und passte das Spielgerät umgehend auf Kittelberger. Dieser umkurvte TV-Schlussmann Lukas Hildenbrand und köpfte zur Führung ein. Nach gut einer halben Stunde bewies auf der anderen Seite Tim Steinhilber seine Torgefährlichkeit und glich mit einem Schuss ins lange Eck aus. Kurz vor dem Halbzeitpfiff war wieder der VfL am Drücker. Lauretis butterweiche Flanke von der Grundlinie fand am langen Posten den Kopf von Kittelberger – 2:1.

Nach dem Seitenwechsel zogen die Schönbergkicker auf 4:1 davon. Zunächst traf der 31-jährige Angreifer im Nachschuss, nachdem Hildenbrand einen von Sven Packer getretenen Freistoß nicht festhalten konnte. Nur zwei Zeigerumdrehungen später nutzte Kittelberger ein kluges Zuspiel von Ahmad Allaham. Der Dritte der aktuellen Bezirksligatabelle gab allerdings nicht auf. Armand Ligouis (67.) und Benjamin Klett (85.) verkürzten auf 4:3. Doch der finale Sturmlauf in den Schlussminuten blieb aus und der VfL schaukelte die knappe Führung über die Zeit.

 

Pokal Derendingen

Lass Dich drücken: Robin Kittelberger (re.) bedankt sich bei Maurizio Laureti für dessen Vorarbeit zum 1:0.

Die Pokalgeschichte des VfL wurde erneut nur um ein kurzes Kapitelchen fortgeschrieben. In der zweiten Runde des DB Regio-wfv-Pokals war bei der Spvvg Holzgerlingen Schluss. Dabei bot die Partie auf dem kleinen Holzgerlinger Kunstrasen alles, was ein Ko-Wettbewerb zu bieten hat. Tore en masse, wechselnde Führungen, Dramatik und Leidenschaft. Dass die Pfullinger beim 4:5 (1:2; 3:3) nach Verlängerung nicht das bessere Ende für sich hatten, müssen sie sich zu einem großen Teil selbst zuschreiben.

Die beengten Platzverhältnisse verziehen Fehler im Spielaufbau nur selten. Hüben wie drüben schalteten die Teams nach Balleroberung schnell um und das Spiel kannte nur noch eine Richtung: so schnell wie möglich vors gegnerische Tor. Erstmals erfolgreich war diese Vorgehensweise nach 17 Minuten. Florian Heß lupfte den Ball über den zu früh aus seinem Tor stürmenden VfL-Schlussmann Martin Welsch ins lange Eck. Nur vier Minuten später bereitete Lukas Linder vor und Heiko Schall glich via Innenpfosten aus. Weiter ging das Spiel hin und her, beide Seiten spielten mit offenem Visier. Ein Ballverlust von Kapitän Patrick Lehmann läutete das 2:1 ein. Wieder machte Welsch beim Schuss von Julian Rubin keine gute Figur (42.).

Trainer Michael Konietzny reagierte und brachte Valon Dodaj für Lukas Früh. Die richtige Entscheidung, denn nach erneuter Vorarbeit von Linder musste der Neuzugang nur noch den Ball zum neuerlichen Ausgleich über die Linie befördern (51.). Und weiter ging das muntere Toreschießen. Patrick Orifiamma hieß der Schütze des 3:2, nachdem seine Mitspieler zuvor nahezu unbedrängt über die rechte Seite durchlaufen konnten. Wieder war die Freude auf Holzgerlinger Seite nur von kurzer Dauer. Yasin Yilmaz schickte den pfeilschnellen Matthias Dünkel, der mit einem Schlenzer ins lange Eck zum 3:3 traf. Dünkel war auch kurze Zeit später im Mittelpunkt des Geschehens. Nach einem Gemenge schubste er Alex Thies um, der zuvor nach einer rüden Attacke an Schall verwarnt wurde. Dünkel sah rot, Thies musste nach der Ampelkarte ebenfalls vom Platz (78.). Bis zum Ende der regulären Spielzeit sollte nichts Entscheidendes mehr passieren.

In der Verlängerung brachte dann der eingewechselte Fatih Karasalihovic den Verbandsligisten erstmals in Führung, wiederum mit freundlicher Unterstützung des Innenpfostens. Kevin Haußmann, ebenfalls ins Spiel genommen, zeigte bei der Vorbereitung des Treffers seine ganze Klasse. Doch der Traum, die Partie gedreht zu haben, währte nur kurz. Nach einer Ecke war erneut Orifiamma zur Stelle und köpfte zum 4:4 ein (101.). Es kam noch schlimmer für den VfL.. Yilmaz, ansonsten einer der besten Pfullinger, vertendelte den Ball an der Mittellinie. Zwei Holzgerlinger gingen auf und davon, einer davon hieß Patrick Orifiamma, der sich die Chance zu seinem dritten Tor des Pokalabends nicht nehmen ließ. 5:4 nach 108 Minuten. Von diesem neuerlichen Genickschlag erholte sich der VfL nicht mehr.

 

Pokal Holzgerlingen

Matthias Dünkel war der tragische Pfullinger Held. Er traf zum 3:3, musste aber kurze Zeit später mit rot vom Platz.

Vier Tage nach dem wichtigen Auftakterfolg in der Verbandsliga gegen den TSV Heimerdingen steht die nächste Bewährungsprobe für den VfL auf dem Programm. Das Team tritt in der zweiten Runde des DB Regio-wfv-Pokals beim Landesligisten Spvgg Holzgerlingen an (Mittwoch, 19.15 Uhr). Trainer Michael Konietzny ist sich der Schwere der Aufgabe bewusst: „Das ist ein schwieriger Gegner, der gut in die Saison gestartet ist.“ Dennoch gibt er sich selbstbewusst: „Wir wollen weiterkommen, wir haben ja noch eine kleine Rechnung offen.“ Damit spielt er auf die bittere 0:3-Niederlage der vergangenen Saison an, die sein Team auf dem Sportgelände hinter den Weingärten hinnehmen musste.

Die Holzgerlinger scheinen ihre gute Form aus der Rückrunde der Spielzeit 2018/2019 konserviert zu haben. In der ersten Runde des Pokalwettbewerbs kam der VfL Mühlheim mit 6:2 unter die Räder, am ersten Spieltag der Landesligasaison erhielt Aufsteiger SV Seedorf mit 6:1 eine Lehrstunde. Spvgg-Offensivkraft Patrick Orifiamma schoss alleine vier der zwölf Tore. „Pfullingen ist zwar das bessere Team, aber wieso sollten wir sie nicht wieder schlagen“, fragt sich Ute Nordmann, die zweite Abteilungsleiterin der Sportvereinigung.

Konietzny kann wieder auf eine Reihe zurückgekehrter Urlauber setzen. Mit Fatmir Karasalihovic, Sven Packert, Valon Dodaj, Kevin Haußmann und Kapitän Patrick Lehmann füllt sich der Kader beträchtlich. In fremden Gefilden weilt nach wie vor Christos Chatzimalousis, zudem befindet sich in dieser Woche auch Goalgetter Dominik Früh im Erholungsmodus.

 

Vorschau Pokal Holzgerlingen

Im Kampf um die Meisterschaft der vergangenen Saison mussten Markus Wagner und Co. in Holzgerlingen eine bittere 0:3-Schlappe hinnehmen.