„Die Mannschaft hat sehr strukturiert, geduldig sowie mit Zielstrebigkeit die Herausforderung gemeistert“, analysierte VfL-Chefcoach Albert Lennerth die Leistung seiner Mannschaft im Derby beim SV Croatia Reutlingen. Die Gastgeber wollten es dem Favoriten nach der jüngsten 0:7-Klatsche in Tuttlingen und dem ebenso hohen Pokalaus in Pfullingen so schwer wie möglich machen. Dies gelang dem Tabellenvorletzten auch, zumindest phasenweise. Die Reutlinger liefen früh an und machten dem Gast das Aufbauspiel schwer. Nach und nach jedoch gewann der VfL an Sicherheit und Torchancen stellten sich ein. Matthias Dünkel und Armin Humic hatten das 0:1 auf dem Kopf. In der Nachspielzeit schoss SV-Schlussmann Mirko Perkovic Finn Beck an, der Abpraller ging nur wenige Zentimeter am Tor vorbei. So blieb es bei einer torlosen ersten Halbzeit.
Die erste Gelegenheit nach dem Seitenwechsel hatte erneut Beck, der die Führung fahrlässig liegen ließ. Mit Folgen auf der anderen Seite. Eine kurze Unachtsamkeit in der Hintermannschaft genügte und Robert Maric brachte die Hausherren mit 1:0 in Führung (51.). Lennerth reagierte und brachte die drei Ks – Jakob Kuhle, Lukas Klemenz und Philipp Kendel. Eine Wechselmaßnahme, die sich auszahlen sollte.
Doch zunächst war es David Kemmler, der seine Farben wenige Minuten nach der Führung der Hausherren zurück ins Spiel brachte. Seine Flanke aus dem Halbfeld rutschte ins lange Eck durch (61.). Es dauerte nicht lange, da drehte der VfL das Spiel. Nach einem Steilpass von Tom Ankele nahm Kendel den Ball sehenswert mit und schloss nicht minder sehenswert zur Pfullinger Führung ab. Der 21-Jährige hatte zehn Minuten später die Entscheidung auf dem Fuß, ließ die Gelegenheit allerdings aus.
Drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit war es dann allerdings soweit. Dieses Mal verdiente sich der ebenfalls ins Spiel genommene Marko Zivkovic den Assist. Seinen Steckpass verwandelte Kendel zum 1:3-Endstand und handelte sich ein Sonderlob seines Cheftrainers ein: „Das war eine reife Mannschaftsleistung mit einem kaltschnäuzigen Kendel im Abschluss.“

So wie in dieser Szene mit Kenan Dogan war im Derby jeder Ball umkämpft.