Da sage noch einer, Pfullingen und Rasenplatz, das passe nicht zusammen. Wenn dann das Spiel noch auswärts auf einem Untergrund der Marke „Pferdekoppel“ stattfindet (O-Ton VfL-Kapitän Sven Packert), scheinen die besten Voraussetzungen für einen Null-Punkte-Nachmittag aus Sicht der Schützlinge von Albert Lennerth gegeben.
Nicht so in Tuttlingen. Da sprühte der Gast nur so vor Spielfreude, nutzte die sich bietenden Räume und verarbeitete den Ball nach dessen Eroberung nachgerade perfekt. Einige Minuten zur Feinjustierung auf dem herausfordernden Geläuf brauchte der Tabellenzweite, bis er dann richtig loslegte. Ein Abschlag von Schlussmann Jannis Gebhard landete bei Filip Djakovic, der bediente Kenan Dogan, der quer auf Philipp Kendel ablegte. Der Stürmer legte den Ball am SC-Schlussmann Niklas Gassner vorbei zum 0:1 ins Netz (20.). Nach einer halben Stunde war es erneut Kendel, der nach Doppelpass mit Tom Ankele nicht lange fackelte und erhöhte. Noch vor der Pause schraubte sich Armin Humic nach einer von Nico Seiz getretenen Ecke hoch und köpfte quasi zur Vorentscheidung ein.
Denn auch nach dem Seitenwechsel blieb der VfL dominant und torgefährlich. Mit seinem dritten Treffer unterstrich Kendel, dass er zu seiner Form vor der monatelangen Verletzungspause zurückgefunden hat. Nach Balleroberung schickte Djakovic Kendel auf die Reise, der 21-Jährige umkurvte Gassner und schloss überlegt ab. Nach einer guten Stunde durfte auch sein Sturmpartner Finn Beck etwas für sein Torekonto tun. Beide zusammen haben nun in den beiden vergangenen Partien stattliche acht Treffer erzielt. Die Gelegenheiten zu weiteren Toren waren da, doch den Schlusspunkt setzten die Hausherren. Das 1:5 durch Aleksandar Ivanovic in der Schlussphase war reine Ergebniskosmetik. „Das war eine souveräne Vorstellung des VfL“, lobte Lennerth nach Schlusspfiff. „Geprägt von einer aggressiven, zielstrebigen Spielweise.“

Finn Beck schraubte sein Torekonto auf acht Treffer und liegt mit Philipp Kendel gleichauf.