Man muss eine Weile in der Statistik blättern, wenn man herausfinden will, wann der VfL zuletzt fünf Tore auswärts erzielte. Am 19.11.23 erzielte das damalige Verbandsligateam sogar deren sechs beim GSV Maichingen. Insofern war das 5:3 bei der SGM Deißlingen/Lauffen ein bemerkenswertes Spiel. Zumal der Aufsteiger einen Zwei-Tore-Rückstand aufholte und das Momentum auf seiner Seite hatte. Doch die gewachsene Mannschaft um Kapitän Sven Packert ließ sich nicht verunsichern und fuhr den ersten Dreier der blutjungen Saison ein. „Nach dem 3:3 haben Spieler die Verantwortung übernommen und sind vorausgegangen“, findet Cheftrainer Albert Lennerth lobende Worte.
„Das war eine Teamleistung. Mit Ball kann man es kaum besser spielen. Nun noch die individuellen Fehler abstellen, dann machen wir den nächsten Schritt.“ Vor dem Gegner TSG Tübingen hat Lennerth Respekt: „Tübingen hat viel Qualität im Mittelfeld. Eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, die aus jeder Position den Abschluss suchen.“
Nach der Pleite zum Auftakt konnte Verbandsligaabsteiger TSG Tübingen im zweiten Spiel den ersten Sieg einfahren. Beim SC 04 Tuttlingen siegten die Schützlinge des langjährigen Coaches Michael Frick mit 2:1. Es war so ganz nebenbei der erste Landesligaerfolg der TSG seit 2017. In der Zwischenzeit wurde am Neckar ununterbrochen in Württembergs Beletage gespielt.
Warum es für Frick und Co. nun zum dritten Auswärtsspiel hintereinander geht, ist für Alexander Wütz ein Rätsel. „Wir haben uns aber auch nicht dagegen gewehrt, da es in der Ferienzeit nicht leichter wird, Helfer zu bekommen.“ Tübingens Fußballchef sieht indes durchaus Parallelen zwischen seiner TSG und dem VfL: „Es eint uns ein Weg, den beide Vereine seit vielen Jahren konsequent verfolgen: die intensive Arbeit mit dem eigenen Nachwuchs und das Vertrauen in junge Spieler aus der Region.“ Im Traditionsduell hofft er auf „ein intensives, faires Spiel, die besondere Atmosphäre und auf ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern.“
Schiedsrichtergespann: Mit der Leitung der Partie wurde Steve Henriß (SSV Hausen/Fils) beauftragt. An den Linien assistieren ihm Kira Hofer sowie Timo Straubmüller. Herzlich willkommen und Gut Pfiff!
Historie (19.04.2025): VfL – TSG Tübingen 2:0 (1:0) – Tor: 1:0 Dragulin, 2:0 Ankele – ein Tor kurz vor und eins nach der Halbzeit entschieden das Derby. Tom Ankeles Sololauf nach Wiederanpfiff brachte ihn sogar ins ZDF-Sportstudio an die Torwand. Der Rest ist Gesichte.