„Das war von beiden Seiten gestern ein richtig starkes Spiel mit viel Tempo“, befand Cheftrainer Benjamin Hübner. In der Tat, das Verfolgerduell des Spitzenreiters SSC Tübingen bot über nahezu die komplette Distanz Bezirksligafußball auf ganz hohem Niveau. Und daran hatten beide Vereine, sowohl Hausherrin SG Reutlingen als auch der Gast VfL Pfullingen II, gleichermaßen Anteil.
Von Minute eins an mussten die 22 Akteure hellwach sein. Die Gastgeber legten los wie die Feuerwehr, während die Pfullinger Abwehr um Kapitän David Straube den ersten Ansturm mit Bravour meisterte. Ein erstes Raunen ging nach gut einer Viertelstunde durchs Publikum. Schlitzohr Marvin Krüger sah, dass der SG-Schlussmann einen Tick zu weit vor seinem Tor stand. Dieser konnte den platzierten Heber des VfL-Kapitäns gerade noch an die Latte lenken. Ein Kopfball von Bennett Werz, den der Stürmer neben das Tor setzte, war eine weitere gute Gelegenheit für den VfL. Doch auch die Orschel-Hagener geizten nicht mit dem Offensivspiel und trugen ihre Angriffe blitzschnell und schnörkellos nach vorne. Dennoch blieb es bis zur Pause zunächst torlos.
Aus der Kabine kamen die Pfullinger dann besser und erspielten sich ein leichtes Übergewicht. Die aussichtsreichen Abschlussmöglichkeiten blieben wegen der Aufmerksamkeit der SG-Abwehr oder des einen Tick zu ungenauen letzten Passes jedoch selten. Dann der Tiefschlag: VfL-Abwehrchef David Straube musste nach dem zweiten gelbwürdigen Foul vorzeitig das Spielfeld verlassen. Das Tragische daran war insbesondere, dass er in beiden Fällen Fehler seiner Vorderleute ausbügeln musste. Und es kam noch schlimmer: Alessio Lo Presti, einer der Besten auf Reutlinger Seite, verwandelte den folgenden Freistoß direkt zum 1:0 (69.). Doch auch diese doppelte Watschn steckten die Pfullinger gut weg. „Respekt, wie die Jungs trotz Unterzahl am Drücker geblieben sind und verdient den Ausgleich gemacht haben“, war Hübner stolz auf die folgende Phase. Krüger ließ sich im Strafraum den Ball einfach nicht abnehmen. Das Spielgerät landete bei Luca Schwald, der mit einer präzisen Hereingabe den Kopf des eingewechselten Ante Boras fand – 1:1 sieben Minuten nach dem Rückstand. In der Schlussviertelstunde war der VfL drauf und dran, das Spiel zu drehen. Von einem Mann weniger war nichts zu sehen. Die Gegenstöße der Hausherren blieben indes brandgefährlich. Insofern hat Hübner mit seinem Abschlusswort recht: „In Summe ein gerechtes Unentschieden.“

Pfullingens Trainerduo kann stolz auf die Leistung seiner Jungs sein.