Bezirkspokal: VfL II gewinnt beim Nachbarn nach Elfmeterschießen 5:3

Donnerstag, 08 Oktober 2026 um 23:21 Uhr geschrieben von Timo Schyska

Klassischer hätte sich wohl auch ein Hollywood-Regisseur dieses Nachholspiel der dritten Pokalrunde nicht ausdenken können. Ganz ohne Drehbuch hatte diese Flutlichtpartie alles, was ein Ko-Spiel ausmacht: ein Nachbarschaftsduell zwischen dem TSV Eningen und dem VfL Pfullingen II, zwei traditionellen Konkurrenten, einen 0:2-Rückstand des vermeintlichen Favoriten, einen Last-Minute-Ausgleich und dann doch noch den Sieg im Elfmeterschießen.

Die Eninger Gastgeber zeigten von Beginn an, dass sie für eine Überraschung sorgen wollten. „Das war ein spannender Pokalfight gegen einen guten Gegner“, urteilte VfL-Cheftrainer Benjamin Hübner nach einer langen Pokalnacht. „Auf dem kleinen, engen Kunstrasen war es nicht einfach.“ In der Tat stand der Bezirksligist gegen einen früh anlaufenden Kontrahenten vor Problemen und kam zunächst selbst nicht so recht zu eigenen Chancen. Dies änderte sich mit fortschreitender Spieldauer, allerdings fanden die Hereingaben nur selten adäquate Abnehmer. Das machte der TSV kurz vor der Pause besser. Daniel Schäfer fasste sich ein Herz, zog ab und traf ins kurze Eck zum 1:0-Halbzeitstand.

Den Pfullingern merkte man an, dass sie sich viel für den zweiten Durchgang vorgenommen hatten, sie mussten aber zunächst einen neuerlichen Rückschlag hinnehmen. Leon Fleischer markierte nach einer Nachlässigkeit in der Defensive das 2:0. Sowohl Schäfer als auch Fleischer durchliefen ihre fußballerische Ausbildung am Jahnhaus. Die Mannen um Kapitän David Straube verfielen nun nicht in Panik, sondern erhöhten das Tempo. Hübner brachte zudem frischen Wind von der Bank. Nach einem Foul an Luca Schwald schnappte sich Straube den Ball und verkürzte nach einer Stunde vom Elfmeterpunkt. Nun warf der Gast alles nach vorne, es schien aber so langsam die Zeit davonzulaufen. Erst eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit schaffte Luke Rohde den erlösenden Ausgleich.

Vor dem anschließenden Elfmeterschießen folgten zunächst Diskussionen mit dem Unparteiischen. Schiedsrichter Abdullah Özer kündigte ein Drei-gegen-Drei an – wie in der Runde zuvor in Zainingen, was zu zwei, am Ende für den VfL erfolgreichen Gerichtsverhandlungen geführt hatte. Dieses Mal siegte die Überzeugungskraft der Verantwortlichen beider Seiten. In der nun regulär ausgeführten Fußballerversion des russischen Roulettes erwies sich der Gast als nervenstärker und hatte in Torhüter Marvin Karasarik den entscheidenden Mann, der gleich zwei Eninger Schüsse entschärfte. Ein weiterer Versuch des TSV verschwand im regnerischen Nachthimmel.

So darf sich der VfL II auf eine weitere Runde freuen. Erneut geht es auswärts ran, diesmal beim SV Anadolu Reutlingen (21.10.). Hübner zum Schluss: „Dass wir dem Rückstand hinterherlaufen müssen, haben wir selbst zu verantworten. Dickes Kompliment an die Jungs, wie sie zurückgekommen sind! In Summe zählt nur das Weiterkommen und das haben wir geschafft.“

Marvin Karasarik war Pfullingens Held im Elfmeterschießen

Donnerstag, 08 Oktober 2026 um 23:21 Uhr geschrieben von Timo Schyska
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