Fünf Tore gegen Gechingen, fünf Tore in Tuttlingen, fünf Tore gegen Sulz. Das Toreschießen fällt dem VfL Pfullingen zurzeit leicht. Unisono führten die Trainer der gerupften Gegner eigene Fehler als Erklärung ins Feld. Doch diese kamen nicht von ungefähr, sondern sind das Ergebnis eines enorm konsequenten und druckvollen Spiels, das dem Kontrahenten kaum Zeit und Raum zur eigenen Entwicklung bot. Von den steten Ballgewinnen profitieren vor allem die beiden pfeilschnellen Stürmer Finn Beck und Philipp Kendel, die zuletzt zehn Mal ins Schwarze trafen.
Eine Leistung auf diesem Niveau ist auch beim Spitzenspiel am Samstag notwendig, wenn der Zweite beim Ersten antritt. Gleichwohl verspürt Trainer Albert Lennerth keinen Druck: „Es ist für uns ein ganz normales Auswärtsspiel. Wir haben uns das Ziel gesetzt, in jeder Begegnung zwei bis drei Tore zu erzielen. Das gilt auch dieses Mal. Die Nagolder stehen verdient ganz oben. Sie kassieren kaum Gegentore und sind im Toreschießen ebenso erfolgreich.“
Die Schwerpunkte der Trainingswoche beschreibt der Lennerth so: „Detaillierte Vorbereitung mit einer höheren Qualität. Was können wir verbessern, welche Stärken in den Vordergrund stellen, wie müssen wir gegen den Ball spielen?“ Das Spiel gegen den Ball klappte zuletzt immer besser. Angefangen bei drei Gegentoren in Schwenningen drückte der VfL die Zahl jeweils um eins, bis am vergangenen Wochenende mal wieder die Null stand. Immerhin zum vierten Mal heuer.
Die Zahlen sprechen für sich. Und das in einer eindrücklichen Art und Weise. Die Defensive ist das Prunkstück des VfL Nagold. Gerade einmal drei Gegentore ließ der Spitzenreiter um Schlussmann Johannes Günter in elf Partien zu. Und da auf der anderen Seite die Offensivabteilung immer für etwas Zählbares zu haben ist, thronen die Nagolder souverän an der Tabellenspitze. Bis auf ein Unentschieden (1:1) bei den Sportfreunden Gechingen wurden alle Partien gewonnen. Ein Statement!
Entsprechend ist die Laune am Reinhold-Fleckenstein-Stadion. „Wir freuen uns natürlich, dass wir gerade so gut und stabil stehen“, sagt Spielleiter Marco Quiskamp. „Wir genießen die aktuelle Situation, mehr auch nicht. Ich denke, dass wir gut dran tun, jetzt demütig zu bleiben und einfach keine falsche Euphorie aufkommen lassen, sondern einfach konzentriert weiterarbeiten.“ Natürlich ist dem Nagolder Macher der aktuelle Höhenflug beim anderen VfL nicht entgangen. „Pfullingen ist momentan ebenfalls stabil und schießt sehr viele Tore. Von dem her denke ich, das wird am Samstag ein tolles Spiel von beiden Seiten aus werden. Sehr spielstarke Teams, und da freuen wir uns drauf!“
Das Spiel wird auf Kunstrasen ausgetragen: Quiskamp: „Der Rasenplatz ist kaum noch bespielbar. Wir täten beiden Teams nichts Gutes, würden wir da noch einmal drauf gehen.“
Schiedsrichtergespann: Mit der Leitung der Partie wurde Alexander Wintermantel (SV Seitingen-Oberflacht) beauftragt. An den Linien assistieren ihm Thomas Bauer sowie Filip Sorescu.
Historie (06.06.2026): VfL Nagold – VfL 1:1 (0:0) – Tore: 0:1 Beck, 1:1 Bürkle – Zum Abschluss der vergangenen Saison war die Luft beiderseits etwas raus. Die frühe Führung der Gäste glichen die Hausherren eine Viertelstunde vor dem Ende aus. Leistungsgerechte Punkteteilung in einem lauen Sommerkick.