„Die Enttäuschung ist riesig. Wir machen so ein gutes Spiel und verlieren“, bekannte Pfullingens Kapitän Sven Packert nach der Partie, um gleich wieder in den Kampfmodus zu schalten: „Wir nehmen aber dennoch die Köpfe hoch und machen weiter!“ In der Tat hatten die Herausforderer in diesem Spitzenspiel Erster gegen Zweiter viel richtig gemacht, mussten sich am Ende aber einem effektiven und routinierten Nagolder Team geschlagen geben.
Der erste Aufreger ereignete sich schon nach wenigen Minuten. Pfullingens Justin Frey und Nagolds Jonny Rothfuß rasselten im Luftkampf mit den Köpfen zusammen. Für Frey ging es mit einem Turban weiter, Rothfuß musste ausgewechselt werden. Nach dieser minutenlangen Unterbrechung fanden die Gäste besser ins Spiel. Einen verunglückten Rückpass von Marc Rück – er trat mehr in den Boden, als er den Ball traf – erlief Philipp Kendel und schloss trocken zum 0:1 ab. In der Folge schafften es die Gäste, die Nagolder weitestgehend vom eigenen Tor fernzuhalten und selbst weiter flott nach vorne zu spielen. Allein der so wichtige zweite Treffer wollte nicht fallen. So war die knappe Halbzeitführung vor 350 Zuschauern sicherlich verdient.
Aus der Pause kamen die Hausherren etwas giftiger, wobei sich die Schützlinge von Albert Lennerth sicherlich nicht versteckten und das Geschehen weiterhin im Griff hatten. Der Ausgleich fiel demnach quasi aus dem Nichts. Nico Gaiser drang auf der linken Seite in den Strafraum ein, sein Schuss ins kurze Eck fand den Weg zwischen Pfosten und Schlussmann Jannis Gebhard zum Ausgleich ins Tor (57.). „Den hätte ich halten müssen“, bekannte Gebhard nach dem Spiel. Die Pfullinger ließen sich nicht beirren und machten munter weiter. Nico Seiz scheiterte mit einem Freistoßversuch am Pfosten. Wie Standards gehen, zeigten die Hausherren eine gute Viertelstunde vor dem Ende. Nach einer Ecke stieg Marc Rück am höchsten und köpfte zur Führung ein. Somit machte er seinen Fauxpas beim Gegentor wieder gut und drehte zugleich die Partie. Pfullingen warf nun alles nach vorn, doch die beste Abwehr der Liga machte ihrem Namen alle Ehre und schaukelte die Führung über die Ziellinie.
„Die Art und Weise hat gepasst, leider waren wir nicht erfolgreich“, resümierte Trainer Albert Lennerth nach dem Spitzenspiel. „Es war eine gute Leistung, geprägt von Intensität und Aggressivität, mit denen wir den Gegner immer wieder gestresst haben und zu Fehler gezwungen haben. Ein zweites Tor ist uns nicht gelungen und der Gegner macht aus seinen extrem wenigen Chancen zwei Treffer.“

David Reck rückte für den verletzten Filip Djakovic in die Startformation.